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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Ob der Erdball schon früher von höhern Wesen bewohnt ge-wesen, von denen unsere Geschichte nichts weiß, ist unbekannt.Spuren davon sind keine vorhanden. Selbst die Märchen von denkunstvollen Nationen auf Atlantis und Ogygia fallen nur indie Fabelpcriode unserer Urwelt.

Es muß eine Zeit gegeben haben, wo der Erdball eine andereRichtung gegen die Sonne gehabt. Wenn damals schon Menschenlebten, wohnten sie gewiß nicht in unfern Klimaten.

Es wird uothwendig eine Zeit kommen, da unter dem Aequatorein ewiger Sommer, und von da hinweg und bis zu den Polenein ewiger Frühling herrschen wird. Dies geschieht, wenn die Erd-achse einst senkrecht steht auf der Erdbahn, oder die Ebene derErdbahn gleich lauft mit der Ebene des Aeqnators. Wirklich nimmtder Winkel, welchen die Erdachse zu ihrer Bahn macht, und derjetzt noch 23° M beträgt, nach Lalande's Berechnung alle hun-dert Jahre um 33 Sekunden ab. Wir hätten also noch bis zu derZeit, da über den ganzen Erdball Tag und Nacht stets gleich seinsoll, und ein ewiger Lenz auf unfern Fluren herrschen muß,noch 198,000 Jahre zu warten. Was nun also doch einmalnothwendig geschehen wird: muß auch schon einmal da ge-wesen sein.

Wir wissen von den Nationen, die den ewigen Frühling sahen,nichts mehr.

Man findet keine Mcnschengebcine in Versteinerungen, als nurin jüngsten aufgeschwemmten Gebirgen. Aelter findet manschon Knochen vicrfkßiger Thiere und Landpflanzen. In viel alternGebirgsarten zeigen sich auch diese nicht mehr, sondern nur Mu-scheln und Seepflanzen. Diese also sind für uns auf Erden diefrühesten organischen Wesen. Daraus wird zur moralischen Ge-wißheit, daß die Menschen erst spät in die Welt gekommen sind.

Wir können von keinem Volke sagen, daß es das erstgeschaf-