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' Der Gang der menschlichen Kultur nach welt-historischen Thatsachen.
Die Tedenm verstummen, wie die Seufzer der Besiegten. DerTod streuet seinen Staub über die Asche der glänzenden Sieger undder nackten Geplünderten. Es wachsen neue Geschlechter heran,die, von eigener Lust und Noth beschäftigt, Lust und Noth derGewesenen vergessen, und, uneingedenk ehemaliger Weisheit undThorheit, selbst weise und thöricht sein wollen.
Neue Helden, neue Eroberer, Dichter, Staatsmänner, Philoso-phen nehmen dann den Enthusiasmus ihrer Zeitgcnosscnschaft fürsich in Beschlag, und lassen den Vergangenen wenig davon übrig.
Es ist von Napoleons Reich so wenig übrig, als von Karlsdes Großen Reich da ist.
Hat denn der Mann, zu dessen Thron Königsboten aus Eu-ropa, Asia, Afrika und Amerika mit solcher Ehrfurcht wallten,nichts gcthan, was bleibenswürdig war? Schwerlich viel vondem, was er selbst that. Aber die Folgen seiner Thaten (die erselbst nicht berechnete) bleiben und wirken auf mehr als ein künf-tiges Jahrtausend hinab.
Die Veredlung des menschlichen Geschlechts ist zuletzt die reineAusbeute aus dem Prozeß der Weltrevvlution. Es zeuget vonGeistesbeschränktheit, oder Erfahrungslosigkeit in der Geschichte derMenschheit, wenn Philosophen behaupten: die Idee vom steten Fort-schreiten zu ihrer Vervollkommnerung sei Märchen, sogar Sünde.
Was die Väter erfahren und erworben, erbt der Sohn; wasdie Verwett erfunden, erben die Völker der Nachwelt und ver-mehren cs. Der einzelne Mensch stirbt nach Jahren. Das Volkstirbt Politisch, oder physisch, erst nach Jahrhunderten oder Jahr-tausenden. Die Menschheit stirbt wahrscheinlich niemals. '