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Die bessern Schriftsteller werden unter gewissen Umstandendie gefährlichsten.
Auf keine Weise will Referent darum den Einfluß der Schrift-steller auf die Stimmung der Nationen läugnen. Umgekehrt, erglaubt, daß er groß sei; er glaubt, daß durch ihn die größtenVölkerbcweguugen der später» Jahrhunderte befördert sind. Dieswar aber nicht das Werk der leichten, flüchtigen Tagesschriftner,der bellenden Journalisten, sondern cs war das Werk der größten,der ehrwürdigsten, der ächtklasstschen Schriftsteller, welche Lehrerder Jahrhunderte sind, die Wissenschaften erweitern, die vorhan-denen Jrrthümer zerstören, neue Wahrheiten entdecken und de»menschlichen Geist dem heiligen Bilde näher führen, nach welchemer geschaffen worden ist. — Diese großen Schriftsteller sind es,welchen, als Lichtern und Lehrern, die Völker Europens Aufklärungund Selbstgefühl danken. Die von ihnen entdeckten Wahrheitenhaften unzerstörbar, darum, weil fle Wahrheiten sind. Mankann sie nicht ausrotten. Wer sie gelesen, dessen Eigenthum sindsie. Sie sind so eins mit ihm, daß der Leser und Hörer nicht mehranders kann, als in ihnen die Welt zu beschauen und zu beurtheilcn.So verbreiten sie sich von Lippe zu Ohr, von der Studirstube zuHoch- und Dorfschulen, von der Kanzel zu Gemeinden. Hat end-lich die Mehrheit eines Volks Ueberzeugungen gefaßt, so stoßendie alten, unter andern Verhältnissen entstandenen Umgebungenan, wenn sie den Erkenntnissen dessen, was besser und wahrer ist,nicht Zusagen. So entwickelt sich der Mißmuth dagegen. So wer-den Klagen von der einen Seite, und Vertheidigungen von derandern Seite laut, doch letztere meistens von denen, die in dem,was die Mehrheit verwünscht, Nutzen, Reichthum, Vorzug undEhre finden. So entwickeln sich Parteien. So erhitzen sich Leiden-schaften. So entstehen leidenschaftliche Maßnahmen gegen einander.