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Stätten in die Obhut der priesterlicheu Kaste gab, deutet aufAegypten zurück, wo, wie bei den meisten andern Nationen,welche Götter und Priester hatten, Achnliches bestand. In jenemZeitalter, da rohe Tapferkeit des Mannes vor keinem Sterblichenerzitterte, konnte sie noch durch Furcht vor den unbezwingbarenGöttern gezähmt werden. Altäre, Tempel und Tempelgebiet aberhießen Eigcnthum der unsichtbaren, höher» Mächte. In ihrerNähe mußte der Krieg seine Wuth fesseln. Darum hieß der gott-geweihte Boden den Griechen Asylon, weil auf ihm keine Beutezu machen war. Den in den Schutz der Gottheit geflüchtetenVerbrecher gewaltsam vom Altar zu reißen, wagte auch in Griechen-land Niemand. Höchstens versuchte man, ihn durch rings ange-zündete Fener hcrauszutreiben, oder ihn nach Verrammelung derTempelpsorten, wie den Feldherrn Pausanias, am Altar derMinerva Chalciökos, durch Hunger zu tödten. — Die Mengeder Asyle Griechenlands ward endlich so groß, daß, wie Tacituserzählt*), die Tempel mit Mördern, flüchtigen Sklaven und Schuld-ner» angefüllt waren, und der römische Senat unter Liberiasdie Zahl der Zuflnchtsörter beschränken mußte. Auch die Römerhatten ihre Freistätten. Schon RomuluS fand sie bei Grün-dung seiner Stadt, zur Vermehrung der Volkszahl, nützlich.**)Aus dem Heidenthum ging Gebrauch und Heiligkeit der Zu-fluchtsstätten für Verfolgte ins Christenthum über, sobald diesunter Constantin, den man den Großen hieß, herrschend ge-worden war. Anfangs konnten nur Altäre selbst, oder TempelRettungsörter der Flüchtlinge sein; unter dem jünger» Theodo-siuS breitete sich die Schirmgerechtigkeit der Kirche schon über allezu ihr gehörige und an sie stoßende Gebäude, Höfe und Gärten,
*) Xnn. l,. III. 80 ff.
**) lävius I.. I. 8.