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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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jenen eilf Jahren mehr wohlthätige Verfügungen zum gemeinenBesten getroffen, als vormals in einem halben Jahrhundert voll-bracht waren. Es ward selbst anerkannt, daß die neuen Kantonein vielen Dingen den alten zuweilen musterhaft voranschritten.

Jetzt nahte die Epoche von Napoleons Sturz durch die sieg-reiche Gewalt der Verbündeten. Die Städte, Zünfte und Patriziererwarteten davon ohne anders auch Wiederherstellung ihrer ehe-maligen Rechte, Vernichtung der neuen Kantone, Einführung derUnterthanenschaften. Die Tagsatzung in Zürich forderte Neutralität.Die Patrizier aber waren natürlich dagegen. Sie wünschten lautden Einmarsch der Allürtcn, eben so sehr aus Haß gegen Napo-leon, als ans Begier, gegen das Volk ihre verlornen Vorrechtedurch fremde Gewalt wieder zu gewinnen. Ihre Sendungen gingenins Hauptlager der verbündeten Mächte, um den Einmarsch derösterreichischen Truppen zu befördern.

Es geschah. Die Völkerschaften der Schweiz, überrascht undbetäubt, geriethen dadurch in mancherlei Besorgnisse. Die Tag-satzuug zn Zürich hatte zwar die Mediationsakte, als ein Napo-leonisches Werk, aufgehoben, um zu'bezeugen, daß die SchweizFrankreichs Vermittlerrolle vernichte, aber sich zugleich zu Grund-sätzen einer künftigen Landesverfassung vereinigt, gemäß welcherdie neuen Kantone neben den alten fortbestehen, die Untcrthanen-schaftcn aufgehoben bleiben sollten.

Dies war dem Zwecke der Patrizier überall entgegen. Diezu Bern benutzten das erste Schrecken ihres Kantons, und stelltenunter dem Andersten, es sei der Wille der Allürtcn, die ur-alte Verfassung, die Unterthänigkeit des Volks, die Souvcränetätder Stadt-Negierung wieder her, indem sich die bisherige, nack-einigem Kampf, wieder auflösetc. Das Volk, im Glauben, es seiAlles ausdrücklicher Wille der verbündeten Mächte, umgeben vonösterreichischen Heeren, schwieg betroffen.