des Volkes. Der größere Theil der schweizerischen Bevölkerungwar in großer Unterthänigkeit, oft in weit größerer, als in denunbeschränktesten Monarchien. Die Bürgerschaft selbst der demo-kratischen Kantone, zwar in sich frei, hatte doch Unterthanenlande;in den übrigen Kantonen hatten die Bürger der Hauptstadt, oftnur einzelne Geschlechter (Patrizier) Herrschaft über den Kanton,Besetzung der Stellen, Genuß der Einkünfte.
Aus diesem Mißverhältniß entsprangen bald dort, bald hierEmpörungen und bürgerliche Unruhen. Während der französischenStaatsumwälzung wurden dieselben zahlreicher und heftiger. DieseZwietracht benutzte die französische Regierung zur Unterjochung derSchweiz im I. 1798, und sie mußte gelingen. Zu spät erklärten dieHauptstädte Zürich, Bern, Solothurn, Freiburg, Basel,Schaffhausen, Luzern und die übrigen Stände das gestimmteVolk frei, um es mit sich zum kräftigen Widerstand gegen Frank-reich zu vereinigen.
Frankreich, im Besitze der Schweiz, machte den Versuch, dieVölkerschaften des Alpenlandes zu einem Volk und einem Staatunter einer Zentralregierung zu verschmelzen. Dies war ein Fehl-griff. Denn die halbtausendjährigen Gewohnheiten und Hebungen,die verschiedenen Sprachen, Gemüther, Bedürfnisse, Lebensartenund von Natur getrennten Wohnsitze der Völkerschaften, wider-sprachen einer solchen Jneinanderschmelzung; und die natürlicheArmuth des Landes , machte die Unterhaltung einer kostspieligenVerfassung unnatürlich, daher unerträglich. Aus gleichen Ursachenwird jeder ähnliche Versuch in Zukunft auf ähnliche Weise scheitern.
Napoleon sah ein, daß er, ohne beständig ein wachthabendesHeer in der Schweiz zu halten, welches die Erschöpfung des Lan-des und die Verzweiflung eines tapfcrn Volkes zur Folge habenwürde, die souveräne Zentralregierung nicht aufrecht halten könne.Er berief die Schweizer aller Parteien, zur Beendigung ihrer