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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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wand, seine Armee keinen Mangel leiden zu lassen. Er behielt sichjedoch vor, von ihm nnterzcichnete Bcwillignngen von Kornansfuhrauszufertigen.

Ein Befehl, wie der des Obergencrals, mußte Hungersnothbewirken. Ich schilderte unterm 4. Juli dem General Oudinot,Chef des GcneralstabS der italienischen Armee, die traurige Lagedieses Landes, und hegehrte von ihm wenigstens Anlegung kleinerKornmagazine zu Faido, Bellinzona und Lugano, sowohl für diefranzösischen Garnisonen, welche von hem Lande unterhalten werdenmußten, als für die Bedürfnisse der täglich durchziehenden Soldaten,die ihre Corps aufsnchten, der Verwundeten, der kaiserlichen Deser-teurs (die Zahl Aller überstieg täglich die Zahl von zweihundert),welche auf Unkosten der unglücklichen Gemeinden leben wollten.Oudinot ertheiltc mir ausweichende Antwort. Massen« ant-wortete mir (auf ähnliche ihm gemachte Vorstellungen vom 18. Juli),daß er wirklich meinen Wünschen gemäß zu jenem Behuf schonein Kornmagazin zu Lccco angelegt habe.

Inzwischen genoß das Land nur wenige, oder gar keine Hilfevon Lccco aus. Die französische» Truppen wurden zwar später-hin aus den Kantonen gezogen, aber durch mehrere Kompagniencisalpinischer Infanterie ersetzt. Die Noth ward schreiender; dasVolk gerietst in Verzweiflung und Währung.

Ich sandte Giuseppe Chicheri von Bellinzona mit einemSchreiben an Massen«, um freie Kornansfuhr zu bewirken. Dieserbeschloß darauf, daß den italienischen Kantonen wöchentlich dieBeziehung von 100 Malter (illosgio) Korn aus dem Cisalpinischengestattet sei. Chicheri meldete mir außerdem, unter dem Siegelder Verschwiegenheit, daß ich noch außerordentliche Korn-ausfuhr erhalten könnte, wenn ich für jeden Sack Getreideeinen Neuenthaler an das Bureau des Oberbefehls-habers zahlen würde.