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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Allein auch diese Wohlthat für das Land ward bald unter-brochen. Es schien Plan zu sein, das Volk der italienischen Schweizdurch künstliche Hungersnoth in Währung zu setzen. Unbekannt istmir davon der Zweck. Aber bet der neuen Bildung der italienischenRepublik sprach man in Mailand laut davon, daß ihre Grenzenbis zu den Gipfeln des Gotthard ausgedehnt werden sollten.

Ein vom DivistonSgcneral Gardanne nach Lugano gesandterKriegskommiffär zeigte mir an, daß auf Kosten der Kantone einKornmagazin für die durchziehenden und in unfern Gemeinden kan-tonniren sollenden Truppen angelegt werden sollte. Ich erwiedertcdem General Gardanne, daß bei der Hungersnoth im Lande,da man das verscharrte, an Krankheiten gefallene, halbverweseteVieh wieder hervorsuchte, und bei den geringen Quantitäten Ge-treides, welche Massen« anszuführen gestatte, seine Forderung schlech-terdings nicht erfüllt werden könne. Ich ließ es dabei bewenden,und das Kornmagazin ward nicht angelegt.

Fast in jeder Woche sah ich mich gezwungen, bald bei der da-maligen llowmissions xovarnntiv» ckella tüsslpina, bald bei demOberbefehlshaber Massen« um besondere Erlaubniß zur Aus-führung einiger Hundert Säcke Korn zu betteln.

Als die künstliche Hungersnoth vollendet war, wurden die fran-zöstschen und italienischen Truppen aus diesem Theil der Schweizhinwcggenommen, und durch vier Kompagnien schweizerischer In-fanterie ersetzt, welche das Land nothwendig ernähren mußte. Ja,was grausamer war, eben diese vier Kompagnien Schweizer, welchevon der helvetischen Negierung den französischen Befehlshabern zurDisposition gegeben waren, erhielten keine andere Bestimmung, alsdie allfällige Ausfuhr des Korns aus der Lombardei, so durchSchleichwege geschehen konnte, zu hindern. Schweizer wurden be-fehligt, ihre Mitbürger auszuhungern, von denen sie ernährt wer-den sollten.

K..

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