Druckschrift 
35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

die Angeklagten aufgcfordcrt, und ward ich namentlich der Ver-räthcrci gegen die helvetische Republik und gegen die Republikanerbeschuldigt, wegen eben der Prozesse, in welchen ich zu Gunstender ciSalpinischcn Patrioten mehr gethan, als strenge Pflicht vonmir begehren konnte.

Buonvicini und Rossi, ihrer Personen, ihrer Freiheit, ihresLebens nicht mehr sicher, mußten sich, bald nach meiner Abreiseaus der italienischen Schweiz, in die geheimsten Wildnisse der Ge-birge flüchten. Viele Wochen kämpften sie dort mit allen Ungc-mächlichkeitcn des Lebens. Durch Umwege erreichten sic endlichdie deutsche Schweiz. Sic eilten nach Bern; sic stellten sich ihrerNegierung dar, und diese war endlich so gerecht und muthvoll,durch einen bestimmten Spruch allen Gcwaltshandlungen der Aus-länder und der Faktionsmänncr Schranken zu sehen, die Beklagtenfrei und schuldlos zu erklären, und sic unter ihren unmittelbarenSchutz zu nehmen.

8 .

Meine Abreise ans der italienischen Schweiz nach Bern warddurch eine Verkettung abscheulicher Begebenheiten beschleunigt, derenFolgen ich zu verhindern nicht Macht genug besaß. Die Noth for-derte, daß ich den helvetischen Bollziehnngsrath persönlich von allendurch französische Behörden verübten Barbareien unterrichtete.

Theils durch den langen Aufenthalt der kaiserlichen Truppen,theils und noch mehr durch die Durchmärsche französischer Heere,waren im Lauf des Jahres die Kantone Bellinzona und Luganovon Lebensmitteln entblößt und bis zur Verzweiflung erschöpft.

Kaum hatte nach Bonaparte's Abreise Feldherr Massen« denOberbefehl in Cisalpinicn empfangen, verbot dieser aufs strengstedie Ausfuhr alles Getreides aus der Lombardei, unter dem Vor-