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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
91
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7.

Ich kann nicht anders glauben, als daß diese Denkschrift übermeinen Aufenthalt in der italienischen Schweiz, ungeachtet sie dieGeschichte wenig bereichert, für denkende Männer nicht ohne allesInteresse sein möge.

Als ich im Spätjahr 1808 Pom Vollziehnngsrath der helvetischenRepublik, nach vollbrachter Reorganisation jener Kantone, meineEntlassung begehrte, konnte ich mit dem Bewußtsein, ein Landvon den Gräueln der Gesetzlosigkeit gerettet, Frieden, Ordnung,Gerechtigkeit und Vertrauen zur Negierung hergcstellt zu haben,scheiden. Ich war von den Italienern geehrt, und weh that cs mir,daß ich, um meine Zwecke z» erreichen, mehr hatte von ihrerFurcht, als ihrer Liebe hoffen müssen.

Zwei unangenehme Begebenheiten trübten noch die letzten Zei-ten meiner Sendung. Sie verdienen in mehr als einer Hinsichtgekannt zu werden.

Die patriotische Partei, überall durch meine Dazwischenknnftgelähmt, neue Feindseligkeiten zu üben, wußte sich durch französischeAutoritäten bei der Negierung in Bern geltend zu machen.

Der französische Brigade - General Mainoni, dessen Mutterin Lugano lebte, trat als Ankläger auf, nannte den gewesenenNegierungsstatthalter Buonvicini, den Postdirektor Nossi, undden Kanonikus Lepori Urheber des Aufruhrs vom April 1799,»und daß sic cs gewesen seien, welche den Ocstcrreichcrn beim Ein-märsche in Lugano die zurkckgelaffencn Effekten der 44. Halbbrigadeverrathen hätten, worunter sich auch diejenigen des Generals Mai-noni, damals österreichischen Kriegsgefangenen, befunden habensollen. Mainoni forderte jetzt die vollkommenste Entschädigungfür seinen Verlust, und trug seine Ansprüche unmittelbar durch denbevollmächtigten französischen Minister Reinhard vor.