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und im Kantone Bellinzona alle Beamten der Republik ohneBesoldung geblieben waren, während ihr Hauswesen durch denKrieg zerrüttet wurde.
Der italienische Klerus zeigte sich nicht minder widerspenstig.Er, noch immer für seine Altäre fürchtend, eingedenk der durchdie nenschweizcrischen Gesetze beschränkten Prozessionen und aufge-hobcnen Zehnten, ans denen er sich ernähren sollte, fuhr fort,das Volk von Kanzel und Beichtstuhl heimlich gegen die neue Ord-nung der Dinge anfzuwiegcln. Ja, man war so wenig zurückhal-tend, daß die angeordneten Kirchengebete um Glück und Segenfür die Waffen Sr. k. k. Majestät noch immerdar von den Kanzelnschollen, auch da die kaiserlichen Truppen schon längst vertriebenwaren. Diese Gebete verstummten erst, als ich den würdigenBischof von Como, Don Carlo Rovelli, eingeladen hatte,statt des Flehens um Waffenglück, Gebete um baldigen Friedenanzuordnen.
Der Mißmuth des Volkes stieg aber noch höher, da ihm seitder Wiedereroberung Italiens durch die Franzosen das Getreideder Lombardei nur sparsam und in hohen Preisen, zuweilen garnicht zugel-issen ward, und eine Hnngersnoth zu befürchten war?)Eine um diese Zeit grasstrende Rindvichseuche vergrößerte die kläg-liche Lage des Volkes. Die Noth ward so drückend, daß arme
*) Im Juli 1800, als die französischen Armeen die Lombardei wiederbesetzt hatten, war der Gctreivepreis in Mailand folgender:
Weizen, das Malter 60 — 65 Ure cki Nilsuo.
Reis „ „ 120 — „ „
Roggen „ „ 10 —12 „ „
Hirse „ „ 85 — lg „ „ „
Türkenkorn „ „ 50 — 52 „ „ „
Ein Malter Moggio) enthält acht 8ln)o oder Scheffel.