Druckschrift 
35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

83

Landlcute in der Nacht das todte Vieh wieder aus den Grüftenheimlich hervorscharrtcn und verzehrten, was an der Krankheit,einen oder mehrere Tage vorher, gefallen und vergraben wor-den war.

Rechnet man dazu noch die bange Ungewißheit, worin dieseGegenden und ganz Italien vor der Schlacht von Marengo schweb-ten, so kennt man in allgemeinen Umriffen den Zustand des Lan-des, wie ich ihn bei meiner Ankunft sah, und zugleich die Beweg-gründe, welche mich bei meinen Unternehmungen leiteten, einemder geplagtesten Völker 'der Schweiz innern Frieden, gesetzlicheOrdnung und Wohlstand wieder zn geben.

S.

Bis Italiens Verhängniß durch eine entscheidende SchlachtHeller geworden sein würde, bestätigte ich deswegen die einstweilenbestandenen provisorischen Regierungen, deren Leitung ich mir vor-bchiclt, und begnügte mich, für jeden der beiden Kantone eineVcrwaltungskommisston zu ernennen, um die Vorarbeiten zur Re-organisation des Landes zu ordnen,

Dieser Schritt, so sehr ihn mir auch die cisalpinisch-patriotischePartei zum Verbrechen machte, entschied über die Ruhe des Lan-des. Sie sahen freilich in jenen Regierungen nur Rebellen undStaatsverräther, welche mit den Feinden der Freiheit unterhandeltund gegen die helvetische Republik konspirirt hatten; sie erwarte-ten, daß ich ohne anders die helvetischen Gesetze wieder aufrich-ten, und die Glieder der Interimsregierungen unter strenge Polizei-aufsicht setzen, oder gerichtlich verfolgen würde. Ich aber erblicktein diesen Regierungen Männer vom Volk gewählt, vom Vertrauendes Volks umgeben, die, wenn sie gleich.unter, für Helvetien und