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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Gersan einst am See der vier Waldstättc, die kleinste der kleinensouveränen Republiken.

Immer die bedeutendste Rolle spielte in diesem Gcmcngsel vonFreistaaten, während ihrer kurzen Dauer, die Republik Lugano.Eifersüchtig beobachtet von Locarno und Bellinzona, wußte siedoch ihren Einfluß geltend zu machen, und Hatto an Mcndrisioeine treue Bnndesgenosstn. Obgleich das lngancstsche Volk (iipopolo luzanesv) in pompvollen Proklamationen immer obenanstand, war die Regicrungsform dennoch näher der Aristokratie, alsder Demokratie.

So intrignirten und puissancelirten diese Ortschaften gegenseitig,gleich den großen Mächten Enropens; die Erscheinung fränkischerTruppen, die Wiederanschlicßnng des Tessins an die Schweiz,störte den kurzen, süßen Traum ans ihnen unangenehme Weise.

Hätte man den Bewohnern der italienischen Schweiz freie Wahlgelassen, nie würden sie sich an eine helvetische Zentral-Regie-rung geschloffen haben, aber auch nie wieder unter die alt-eidge-nössisch-landvögtliche Herrschaft zurückgekehrt sein. Obwohl arm,besaßen sie doch noch manche Quellen öffentlicher Einnahme, fähigdamit ihre kleine Wirthschaft zu bestreiten, wie die Verpachtungder Posten, der Zölle ». s. w., welche sonst den regierenden Kan-tonen, oder deren Agenten zuflossen, und deren Verlust besondersdie Familien der demokratischen Kantone beklagten?)

*) Herr Doktor Hopfner von Bern in seiner vortrefflichen Abhand-lung: lieber die Ursachen dcö Verfalls des eidgenössischenBundes. Zürich 1801, gibt S. 55 darin die VcrpachtungSsummedes Postamtes zn Lugano auf 2182 LoniSd'or und K91 Duka-ten an, nebst Benennung der Personen, welche dies Geld bezogen.

Ein Gegenstück dazu ist die Verpachtung des Zolles von Lo-carno. Die eigentlichen Hinleiher dieses Zolles waren die Ge-