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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
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fitioncn wurden ausgeschrieben; ehe man sic eintreiben konnte,durchstreiften die Soldaten alle Felder und Hütten, ihren Hungerzu stillen. Der ganze Zug war ohne die nöthigen Vorbereitungenbegonnen.

Diese von Natur armen Gegenden, durch den langen Krieg,durch ewige Truppenmärschc bis zur Verzweiflung erschöpft, warenunvermögend, die ausgeschriebenen Forderungen an Lebensmittelnfür die Armee zu leisten. Mehrere Hundert Menschen mußten un-aufhörlich den Truppen das schon in Uri aufgesammelte Brod überden Gotthard Nachträgen. Meine Befehle zur schleunigsten Her-beischaffmig der Lebensmittel waren vergebens; vergebens meineVorstellungen bei den französischen Generalen, die Ausschweifungenund Plünderungen der Soldaten zu mindern.

Was soll ich thun," sagte mir der General Lorge, als ichvon ihm begehrte, daß er beim Marsch der Truppen durch dieDorfschaften Wachten durch die Länge derselben Hinpflanzen sollte,nm Räubereien zu mindern:Ich kann den Soldaten nicht ausden Bergen nachlaufe». Meine Leute sind mit nichts versehen;sie müssen doch leben." Er beklagte sowohl die Lage der Armee,als des Landes, ohne Beistand zu geben.

Der Generallieuteuant Moncey erwiederte ebenfalls meineKlagen nur mit den seinigen, ohne helfen zu können. Er beschwertesich, daß man ihm zum Transport der Lebensmittel und der Mu-nition über das Gebirge zwar die nöthige Unterstützung versprochen,aber nicht geleistet hätte; daß man ihm statt 1500 Pferde nur 212nach Uri gesandt habe, so daß er bei weitem nicht die erforderlicheMunition in gehöriger Zeit, geschweige Lebensmittel über den Gott-hard habe schaffen können. In jeder Stunde gewärtig, sich mitdem Feinde schlagen zu müssen, bestürmte er mich in dieser ver-zweiflungsvollen Lage, Alles aufzuwendcn, um, bei Ermangelungdes Viehes, die Munition durch Menschenhände von Uri herbei-