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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
69
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dank aller Art. Nur wenige der Wohlthäter erlebten Freude anihren Schützlingen.

Die einst wegen ihrer Unschuld und Sitteneinfalt von Reisendenhochgepriesenen Hirtenländer der Schweiz verloren von dieser Zeitan einen großen Thcil des schönen Rufes bei andern Kantonen.Man entdeckte in der Verderbtheit der Unmündigen die, unter demSchleier der Religiosität verhüllte, Schlechtigkeit eines großenTheils der Erwachsenen. Man überzeugte sich von der Wahrheit,daß weder inbrünstiges Anhängen an äußern Kultus, noch eineungeregelte Freiheit, ein wahrhaft frommes, sittliches, weises Volkbilden.

Bald nach meinem Eintritt in die kleinen Kantone ward ichdieses Uebcls besonders unter der ärmern Klasse gewahr, welchebei weitem die größere ist. Die politischen Revolutionen, der Still-stand aller Gewerbe, die Zerstörung aller alten Uebungen, die mitder Fortdauer des Krieges unvermeidlichen Unordnungen, das Bei-spiel roher, verwilderter Krieger schienen das Sittenverderbniß mitreißender Eile zu vervielfältigen. Die Kirchen und Gottesäckerwurden zwar nie von Betern leer, aber die Schulen fast unbesucht;man eilte zwar noch andächtig zu den erlaubten Prozessionen, abervon da wieder, ungeachtet der Armuth, zu den Trinkhäusern, oderzu noch minder sittlichen Handlungen.

Ich widmete daher meine Aufmerksamkeit besonders der Wieder-aufrichtung des Schulwesens. Alohs Reding, als Präsidentdes Erziehungsrathcs, stand mir auch hier mit Kraft zur Seite.Die Wiedereröffnung der Schulen ward angeordnet, und zur Auf-munterung derselben wurden kirchliche Feierlichkeiten veranstaltet.Die Schullehrer erhielten eine Schulordnung; für Lehrer undSchüler wurden Belohnungen an Geld und Bücher» ausgesetzt;als Prämien wurden tausend Eremplare des vortrefflichen Beckelo-schen Noth- nnd HilfsbüchlciuS ausgestreut, um gemein-