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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Es ist nur zu gewiß, daß ohne diese reiche Hilfe unzähligeMenschen verzweifelt, oder vor Hunger und Elend, oder an Krank-heiten umgekommen, oder daß manche Dorfschaften fast ganz durchAuswanderung verödet sein würden.

7 .

Um das Schicksal der Aeltern zu erleichtern, welche eine zahl-reiche Familie zu ernähren hatten, und ohne Mittel waren, ver-anstaltete Rengger, Minister des Innern, daß die hilflosestenKinder dieser Gegenden bei wohlthätigen Bürgern anderer Kantonein nnentgcldliche Pflege und Kost untergebracht werden konnten.So wurden mehrere Tausend Kinder beiderlei Geschlechts aus denverheerten Kantonen in der übrigen Schweiz zerstreut, davon diemeisten erst nach überall hergestellter Ruhe in die Heimat zurück-kehrten.

Allerdings konnte eine solche Verpflanzung der Kinder nichtnur in physischer, sondern auch in moralischer Hinsicht wohlthätigsein. Bei weitem der größere Thcil der verpflanzten Pfleglingewar im Betteln und Nichtsthun auferzogen, roh, ohne Kenntniß,, unkundig im Lesen und Schreiben, unreinlich, der Arbeitsamkeitfeind, oft diebisch, noch öfter lügenhaft, schadenfroh und mit an-dern Lastern behaftet.

Von allen Seiten schollen daher die bittersten Klagen über diesittliche Verderbtheit der ans den kleinen Kantonen versandtenKinder, von deren Herzen die Unschuld längst gewichen zu seinschien. Viele dieser Kleinen entliefen ihren Pflegeältern, und triebenlieber Bettelei, als daß sie sich an Arbeit gewöhnt hätten; anderemachten sich durch Naschhaftigkeit gehässig; andere durch seltsamenHochmuth; andere vergalten die Sorgfalt ihrer Ernährer mit Un-