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„Erschüttert von dem unaussprechliche» Leiden dieser verwüste-te» Gegenden, hat unsere Regierung alle ihr möglichen Mittelzur Hilfe ergriffen; sie hat mir Geldsummen zugewiescn, großeVorräthe von Lebensmitteln anfznkaufen; sie hat Holz in denNationalwaldnngen angewiesen — aber Alles ist zu wenig.
„Vaterland, Schweizervolk! ich rufe dich an, tritt du hervorund hilf den Armen!
„Wenn jeder Bürger, jede edelmüthige Schweizerin nur eineWenigkeit zur Hilfe der unglücklichen Waldstätter zurücklegenwollte — Kleidungsstücke von allerlei Art, Lcinenzcug, Hausge-räth, — wenn habliche Familien nur von ihrem Korn, Erdäpfel»,gedörrtem Obst u. s. w. ein Geringes absparcn und den vielenTausend Armen zur Erquickung übersenden wollten — wie großwürde dadurch die Hilfe sein, obwohl diese Almosen Niemandemsehr beschwerlich zu geben wären!
„Wir leben in einer schrecklichen Zeit — schier wanket allerGlaube an Ruhe und Glückseligkeit — wir alle sind mehr oderminder unglücklich — so lasset uns denn einig sein, und fest imSturm an einander halten, und uns zärtlich unterstützen, wie Kin-der eines Landes! — Ach, Gott wird uns nicht versinken lassen.
„Auf, wohlthätiges Schweizerherz, laß den armen Bergbe-wohner nicht verzweifeln. Du kannst helfen, du kannst mit deinerWohlthat Thränen löschen von den blaffen Wangen deines Schwei-zerbruders — säume nicht — steh' nicht an, ob und was du gebensollst! Du gibst, und dein guter Engel lächelt, und schreibt deineThat in das Buch himmlischer Vergeltung!
„Auf, ihr von Gott mit Reichthum Gesegneten! — Hier schmach-tet auf hartem Stroh ein kranker Greis, ein verlassenes Kind —wie Gott euch erfreute, so erfreut nun Andere wieder.
„Du, der seine Aernte einsammeln konnte, — vergiß nicht dieTausende, für welche diesmal kein froher Aerntctag erschien.
Zsch. Ges. Schr. 35. Thl. 3*