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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
64
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der zerstörte Flecken von Altorf allein an sechshundert bettel-arme Greise, Männer, Weiber und Kinder! Soll ichnoch mehr von ihrem Elende sagen, als das, was schon in diesenwenigen Worten liegt?

Höret die Klage vom Ausschuß aller Munizipalitäten des Be-zirks Schwyz:

Als wir, sagen sie, als wir den Krieg und dessen schlimmeFolgen noch nicht kannten, lebten wir in ländlicher Zufriedenheit,in ungestörter Ruhe, vergnügt mit demjenigen, was unsere Bergeund Thäler uns verschafften fremd waren uns alle weitere Be-dürfnisse, Nun aber hat es mit uns Annen ein ganz anderesVerhältniß! Diese selige Zufriedenheit ist zerstört, die glücklicheRuhe von uns gewichen, die Früchte unserer Berge und Thälersind nicht mehr es mangelt uns Alles! Unsere Hüttensind ausgeplündert; nichts bleibt uns zurück, als unbrauch-bare Stücke; unsere Scheuern find von dem gesammelten Futter,womit wir unser Vieh zu ernähren gesinnt waren, geleert; derEigenthümer ist dadurch vom Hause getrieben, der Gläubiger inArmuth gestürzt; viele unserer Wiesen sind auf mehrere Jahreverheert; unsere noch unreifen Baum- und Gartenfrüchte sind ge-raubt. In der Gemeinde Schwyz allein sind anderthalbHundert Hilfsbedürftige, die nichts mehr haben. Das Verzeich-niß der Armen im rauhen Muottathal läuft jetzt schon auf sechsbis sieben Hundert Menschen! Noch wissen wir die Zahlin den andern Gegenden des Bezirks nicht!"

Und was ist Einsiedel»? Noch in den Tagen des Frie-dens war dort die größte Armuth einheimisch. Das Volk lebteschon damals nur von Wallfahrenden, und von Almosen. Schondamals standen täglich über hundert Menschen bettelnd unter denMauern der prächtigen Abtei und jetzt wer reicht ihnenNahrung und Kleider?