der zerstörte Flecken von Altorf allein an sechshundert bettel-arme Greise, Männer, Weiber und Kinder! — Soll ichnoch mehr von ihrem Elende sagen, als das, was schon in diesenwenigen Worten liegt?
„Höret die Klage vom Ausschuß aller Munizipalitäten des Be-zirks Schwyz:
„„Als wir, sagen sie, als wir den Krieg und dessen schlimmeFolgen noch nicht kannten, lebten wir in ländlicher Zufriedenheit,in ungestörter Ruhe, vergnügt mit demjenigen, was unsere Bergeund Thäler uns verschafften — fremd waren uns alle weitere Be-dürfnisse, — Nun aber hat es mit uns Annen ein ganz anderesVerhältniß!— Diese selige Zufriedenheit ist zerstört, die glücklicheRuhe von uns gewichen, die Früchte unserer Berge und Thälersind nicht mehr — es mangelt uns Alles! — Unsere Hüttensind ausgeplündert; nichts bleibt uns zurück, als unbrauch-bare Stücke; unsere Scheuern find von dem gesammelten Futter,womit wir unser Vieh zu ernähren gesinnt waren, geleert; derEigenthümer ist dadurch vom Hause getrieben, der Gläubiger inArmuth gestürzt; viele unserer Wiesen sind auf mehrere Jahreverheert; unsere noch unreifen Baum- und Gartenfrüchte sind ge-raubt. — In der Gemeinde Schwyz allein sind anderthalbHundert Hilfsbedürftige, die nichts mehr haben. Das Verzeich-niß der Armen im rauhen Muottathal läuft jetzt schon auf sechsbis sieben Hundert Menschen! — Noch wissen wir die Zahlin den andern Gegenden des Bezirks nicht!"
„Und was ist Einsiedel»? — Noch in den Tagen des Frie-dens war dort die größte Armuth einheimisch. Das Volk lebteschon damals nur von Wallfahrenden, und von Almosen. Schondamals standen täglich über hundert Menschen bettelnd unter denMauern der prächtigen Abtei — und jetzt — wer reicht ihnenNahrung und Kleider?