63
Beispiel. Ein ganzes Jahr lang war das erschöpfte Land mitTruppen beladen. — Der Handel nach Italien lag nieder. DerAelpler konnte seine Käse nicht abfttzen. Er ward arm; die Arbeiteines ganzen Jahrs ging verloren. Ein beständiges Regenwettcrverderbte die Heuärnten. Was vor der Witterung gerettet wurde,ging durch die Soldaten verloren. Der Arme kann keine Zinsenbezahlen; der Kapitalist ist dadurch zum Bettler geworden.
„Es ist unmöglich, die Größe der allgemeinen Noth zu be-schreiben. Tausend sonst habliche Familien wissen nicht, wovon steam folgenden Tage leben werden, womit sie ihre Kinder im.Win-ter vor Kälte schützen, vor dem grimmigen Hunger retten sollen.An vielen Orten haben die Bauern ihre Erdäpfel unreif aus derErde gezogen, um sich das unglückliche Leben zu fristen.
,,„O wären wir umgekommen im Kriege, mit unfern armenKindern, so würde uns geholfen sein!" — Dies sagte mir weinendmehr als ein Vater, mehr als eine Mutter.
„Vielleicht glaubt man mir nicht; vielleicht denkt man, ich seivom Unglück allzusehr gerührt und übertreibe meine Schilderungvom Jammer der Waldstätte. — Nein, ich erreiche mit Wortendie Größe der Noth dieses Volkes nicht. Höret aus dem Mundeder Vorgesetzten und Munizipalitäten die Klage selbst.
„So schreibt Urseren:
„„Von der Natur schon in eine ungünstige Lage versetzt, ver-loren wir nun noch das Wenige, so uns diese sparsam gegönnethat. -— Zwei Drittheile unserer Einwohner sind schonan den Bettelstab gebracht; ihre Häuser sind geplündert; ihrVieh ist getödtet; ihre Ställe sind nicdergcrissen; ihr Hen ist weg-geraubt. Nur wenigen bleibt mehr, als eine zahlreiche Familieunerzogener Kinder."
„Nicht milder ist die Klage von Altorf. Als ich die Liste vonallen armen Familien in diesem Distrikt anfnehinen ließ, zählte