Druckschrift 
35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
62
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von Schtvyz? Sie sind Schlachtfelder geworden. Die reich-sten Familien flüchteten ins Ausland. Kummer und Furcht woh-nen im Flecken selbst. Von den wüthenden Armeen find die Häu-ser ausgeplündcrt. Manche Familie ist ohne Bett; manche kauftesich von den Räubern von ihrem Hansgeräth nur das Nöthigstemit Geld und bittern Thränen zurück.

Standest du einst mit Verwunderung im herrlichen Tempelvon Einsiedcln, oder bogst du jemals dort anbetend dein Knievor den Altären? Geh hin nun in das öde Thal des Jammers,wo an allen Wänden des Tempels und der ärmsten Hütte dieRaubsucht und Grausamkeit ihrer Faust schreckliches Denkmal hin-terließ.

Ach, ich mag von dir nicht reden, armes Land von Stans!Dein Unglück hat dich berühmt gemacht in der ganzen Welt, undFremdlinge in den fernsten Gegenden haben über dein Schicksalgeweint!

Gewiß ist von allen Kantonen der Schweiz der Kanton Wald-stätten durch den Krieg bei weitem der unglücklichste. Er wardurch die Natur selbst zur Armnth und mäßigen Wohlhabenheitvcrurthcilt. Er hatte fast nichts, als seine Wiesen und Alpenzur Viehzucht. Dies war sein Neichthum. Unzähliges Vieh istnun von Kaiserlichen, Franken und Russen geschlachtet und ent-führt worden; die Heuvorräthe find vernichtet; die Hütten selbstsind beraubt was bleibt übrig den Unglücklichen, als Ver-zweiflung ?

Alles schien sich zu verschwören, dies Land zu vernichten.Priester und andere Menschen, die nichts mehr zu verlieren hat-ten, belogen und betrogen das gute, leichtgläubige Volk; wiegel-ten es zu Rebellionen auf, und so fing der Bürgerkrieg schon imHerbstmonat vorigen Jahrs in diesen Bergen an. Unterwaldenblutete zuerst; dann folgten Uri und Schwyz dem unglücklichen