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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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Uri. Und als ich über die Alpen in die italienische Schweiz kam,hatte sein Geist, wie allgegenwärtig, mir auch dort schon vor-gearbeitet.

6 .

Er war es, der mir befahl, die Privatwohlthätigkeit der Schwei-zer für die drei Urkantone anzuflehen, weil die Regierung ohneMittel, ohne Kraft war, ein so ungeheures Elend zu mildern.Ich schrieb jenen durch die Zeitungen bekannt gewordenen Aufrufzum Erbarmen für die leidende Menschheit im Kanton Waldstätten.Er lautete also:

Wer sah die Gelände des Kantons Waldstättcn jemals inihrem Flor? Wer kannte dies prächtige Gebirgsland vor Jahrund Tagen in seinem Wohlstand? Er komme jetzt; es ist eineSchaubühne mannigfaltiger Noth und schauerlicher Verwüstungengeworden.

Wanderer, kanntest du den großen und reichen Flecken vonAltorf, wo Ucberflnß und Gastfreundschaft wohnten? Gehhin; du findest ihn nicht mehr. Eine Wildniß von Trümmernwird dich umringen; über Schutt und Aschenhügel weinen bettelndseine meisten Bewohner, und sprechen deine Hilfe an.

Zogst du jemals die schöne Straße zum Gotthard hinauf, woder Fleiß der Bergbewohner den kahlen Felsen fruchtbar machte,und wo das wilde Thal von Urseren dich mit allen Bequem-lichkeiten nach deiner mühsamen Reise erquickte? Geh hin; dusuchst es vergebens. Eine unwirthbare Wüstenei wirst du finde»,wo um ausgeplünderte, zerschlagene Hütten Menschen mit Kum-mer und Verzweiflung schleichen, und nach dem letzten Erdapfelscharren, den ihnen der Soldat ließ.

Wandeltest du einst mit Freuden durch die fruchtbaren Gefilde