so
nicht meiner heftigen Kämpfe mit den französischen Befehlshabern —nur einer Anekdote will ich erwähnen, weil sie zur Charakteristikder Zeit dient.
Ich besuchte das verwüstete Gotteshaus. Thürcn und Fenster-Waren zerschlagen; die Mobilien waren geraubt oder versteckt; dieBücher der Bibliothek lagen in den Zimmern umher zerstreut.Ich besuchte den prächtigen Tempel — ein Schutthaufen lag ander Stelle der heiligen Marmorkapelle; die großen Pfeiler warenangebrochen; die Bildsäulen hin und wieder hinabgcstürzt oder ver-stümmelt. — Ein wehmüthiges Gefühl ergriff mich bei diesem An-blick, nicht wegen der Spuren des Vandalismus.selbst, sondernwegen des heillosen Fanatismus, der ans den Stühlen der Regie-rung noch abscheulicher steht, als im Haufen rohen Pöbels. JedeReligion ist ehrwürdig, auch die der Unmündigen soll es dem Wei-sesten sein. Tempel-Gemäuer und Altäre zerbrechen, heißt nichtVorurtheil und Aberglauben ausrottcn, sondern nur den Stein inein Heiligthum, den Aberglauben in Wahnsinn verwandeln. DerAufklärer mit Schwert und Mordbrenner-Fackel ist zu ewigen Zeitenein moralisches Ungeheuer, wie der Priester des Altars es ist,wenn er aus Liebe zu Gott den Mord der Erschaffenen Gottespredigt.
Auf das Anhalten einiger Bürger, einen einfachen Altar aufder geweihten Stelle errichten zu dürfen, wo einst tausend unglück-liche Sterbliche in ihrem frommen Glauben Trost gefunden hatten,und wo mein Fuß jetzt auf Schutt und Trümmern stand, befahlich die Aufrichtung des Altars und Ausstellung des Muttergottes-bildes zur Verehrung in einem amtlichen Schreiben vom 11. Sep-tember 1799 an. Und eben diese Handlung, als sie vom Voll-ziehungs-Direktorium vernommen ward, hätte fast meine Entsetzungbewirkt. Merkwürdig ist es, daß Katholiken in der Regierungam heftigsten gegen mich, den Protestanten, zürnten, der durch