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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
Entstehung
Seite
48
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Wohlhabender» des Ortes, wiewohl durch eigenes Interesse an dasder Abtei gebunden, trachteten schon lange, die Gewalt des Klostersin gleichem Verhältniß zu beschränken, wie das Kloster dieselbe zuerweitern strebte.

Dies gegenseitige Ringen hatte sich schon im Jahr 1763 zueinem förmlichen, öffentlichen Nechtshandcl zwischen der Abtei undder Waldstatt verwandelt. Die Politik des Gotteshauses unterhieltvon dieser Zeit an immerwährendes Mißtrauen und Zwietrachtzwischen dem Hauptort und den übrigen Gemeinden, um in derUneinigkeit desto leichter zu herrschen.

Die Revolution erschien. Die von den Engeln selbst geweihteKapelle St. Meinrads wurde zerstört und das mirakclreiche Gna-denbild der -Gottesmutter in das Naritätenkabinet der damals un-gläubigen Hauptstadt Frankreichs verpflanzt. Die Wallfahrtenverschwanden, und es versiegten mit ihnen die reichlich strömendenQuellen der Nahrung für die ganze Landschaft. Die Wohlhaben-den wurden im Laufe weniger Monden arm, die Armen zu Bett-lern, die Bettler zu Verzweifelnden. Alle Stimmen erhoben sichgegen die Staatsverwandlung, in deren Gefolge das Gespenst derHungersnoth schlich. Hätte auch der Mund der Priesterschaft miteben so vieler Beredsamkeit für die neue Ordnung der Dinge ge-sprochen, als es dagegen donnerte: das Volk, das in Armuth ge-stürzte, würde seine Flüche dennoch erhoben haben.

Die konstitutionellen Autoritäten wurden indessen eingeführt.Aber lange weigerten sich rechtliche Männer, Aemter zu überneh-men, in welchen sie nur Diener und todtc Werkzeuge eines mili-tärischen und politischen Despotismus gegen ihre Mitbürger zusein schienen. Das erbitterte, rohe Volk wählte daher seine Be-amten oft schlecht, und gab mit Verzweiflung spottend seine Stimmeselbst Halbnarren.

Die helvetische Regierung, um diese Stimmung zu bessern,