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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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ward geraubt und geschlachtet; die in den Dörfern befindliche Mann-schaft zu Requisitionsdiensten für die Bedürfnisse des Heeres ge-preßt. Und der Winter mit seinen Schrecken stand vor der Thür,während schon jetzt überall der Mangel an den unentbehrlichstenBedürfnissen wüthete!

2 .

Weit trauriger noch war der Zustand des schwyzerischen Berg-thals der ehemaligen Waldstatt Einsicdeln, feit Jahrhunderteneiner der berühmtesten Wallfahrtsorte frommer Katholiken Italiens,Frankreichs, Deutschlands und der helvetischen Kantone.

Der Flecken Einsiedcln selbst, zwar jederzeit reich bevölkert,hatte aber zur Einwohnerschaft von jeher die ärmste weit undbreit umher. Sie bestand aus Wirthcn, Trödlern, Krämern, Roscn-kranzmachern, und andern, die fich von der Freigebigkeit oder denBedürfnissen der jährlich in Ungeheuern Schaaren nach der S t. M e i n -rads-Kapelle zusammenströmenden Pilger ernährten, oder ansBettlern von Handwerk. Die Landleute in den Nachbarschaftenverkauften ihre Produkte hohen Preises hiehcr, weil die WirtheAlles theuer zurückzahlen ließen. Selten verstrich ein Jahr, daßnicht fünfzig- bis scchszigtausend Pilger den Gnadenort besuchten.

Bei so vieler Leichtigkeit, sich zu ernähren, fehlte es natürlichan Lust zu strengen Arbeiten. Das Volk des Hauptortes war anArmuth und Müßiggang gewöhnt. Der große Haufe derBettel-armen wurde in seiner Trägheit noch mehr durch das Kloster selbsterhalten, welches aus besonder» milden Stiftungen täglich einengewissen Tribut reichte. Eine warme Habersuppe ward Mittagsregelmäßig mehrern Hundert Herbeieilenden vertheilt.

Bei dem allem war-die Waldstatt Einsiedel», wiewohl sie ganzvom Kloster abhing, demselben nicht vollkommen ergeben. Die