Das Land war vom größten Thcile seiner Einwohnerentblößt, nur von Soldaten bevölkert und ausgeplündert. —Weiber, Männer, Greise, Kinder waren über die unwirthbarcnAnhöhen des Brägel ins Land Glarus geflüchtet. Im FleckenSchwyz waren die meisten Häuser nur von einzelnen Zurückgeblie-benen bewohnt, und über dreißig der ansehnlichsten Ge-bäude standen ganz leer. — Ich suchte das Haus meines geliebtenFreundes Aloys Rcding. Es war verödet. Eine KompagnieDragoner bewohnte seine Zimmer; und in einem der vorzüglichstenhatten sie ihre Schmiede angelegt. Das Hausgcräth war geraubt,verkauft, zerschlagen. Hin und wieder standen schon Balken desHauses eingcsägt, dessen Bestimmung war, cingeäschert werden zusollen. Reding war mit seiner Familie bis zum Bodensee geflüchtet.
Ich entfernte die Dragoner, nahm das Haus in Beschlag, undbewirkte nach einigen Unterredungen mit dem General MolitorEinführung strengerer Mannszucht bei den Soldaten. Durch eineProklamation lud ich alle Geflüchteten ein, in die verlassene Heimatzurückzukehren, verkündete im Namen der Regierung, deren Willenich nicht kannte, General-Amnestie*) für Alle, welche die Waffenergriffen hatten. — Nach wenigen Tagen, und nachdem ich dieVorsteher und Ausschüsse aller Gemeinden des Landes um mich herversammelt, die noch vorhandenen Beamten bestätigt, oder neuean die leeren Stellen ernannt hatte, lösete sich allmälig das un-geheure Chaos in bürgerliche Ordnung auf. Es kehrten die inWälder und Gebirge Geflüchteten auf meinen Ruf in die verlassene»Wohnungen zurück; bald erschienen auch nach und nach die entflohenenFamilien aus entfernten: Gegenden. Jedermann faßte neuen Math,und die Stimme der Liebe, statt der gefürchteten Rache von Seiten
*) Auch von Seiten des Direktoriums erschien dann eine dieser ähnlicheProklamation, die den öffentlichen Blättern einvcrleibt worden.