gleiten, und dieses Land wieder in Gemäßheit der schweizerischenStaatsverfaffung hcrzustellen.
Ehe ich Non diesem Zuge die Erzählung anhebe, sei es mirerlaubt, noch einige Worte über den Zustand der kleinen Kantonewie ich fle verließ, zu sagen. Obwohl die Geschichte derselbenwenig mit dem Folgenden in Verbindung steht, wird doch ein Ge-mälde ihrer Lage zu jener Zeit ein gutes Gegenbild zu dem werden,was ich von den italienischen Schweizern zu berichten gedenke.Zudem wird die historische Episode um so mehr von Interesse fürden Leser, da sie Gegenden betrifft, welche bis zu den jüngstenTagen der schweizerischen Revolution entscheidende Rollen gespielthaben.
Die französischen Heere hatten mit unermeßlicher Mühe diehöchsten, ungangbarsten Gebirge überstiegen, und vom 14. bis zum18. August 1799 in blutigen Gefechten die kaiserlichen Truppen ausden Kantonen Uri und Schwyz vertrieben.
Zwei Wochen lang waren diese beklagenswürdigen Länderschon der Willkür erbitterter Sieger preisgegebcn, ohne daßcs dem damaligen helvetischen Vollziehungs-Direktorium beigefastenwar, durch Absendung eines Bevollmächtigten den Gewaltthatcnund Räubereien der Soldaten Schranken zu setzen! Ich vernahmin Unterwalden durch das Gerücht vom Leiden des Volks, von denAusschweifungen des Kriegsvolks. Ohne einen Befehl, ohne Voll-machten abznwartcn, schiffte ich mich den 28. August ein, und eilteich nach Schwyz, um in eigenmächtig angenommener Würde diefränkischen Generale zu strenger Mannszucht aufzufordcrn, undZivilbehörden aufzustellcn. *)
*) Ich meldete diesen gewagten Schritt der Negierung, und bat des-wegen »in Verzeihung. Am 1. HcrbstmondS billigte sie meine Hand-lung, und sandte mir die erforderlichen Vollmachten.