würdige Bischof von Como. Durch ein Kreisschrciben an die Geist-lichen empfahl er denselben,. Alles zu versuchen, die Wiedererstattungdes schändlichen Raubes zu bewirken. Vieles ward den unglücklichenEigenthümern zurückgegeben; aber noch mehr blieb ihnen auf immerverloren.
Doch aller Sorgfalt fremder Machthaber ungeachtet, Schweizergegen Schweizer zu schirmen, gelang es den Demagogen im-mer, ihrer wilden Nachsucht wieder frische Opfer zu bringen. Dieprovisorische Regierung, um nicht durch zu starke Auflagen dieflüchtige Gunst des großen Haufens ciuzubüßen, erzwang von denFamilien der patriotischen Partei beträchtliche Geldsummendurch willkürlich angelegte Kontributionen. Sie vertröstete das Volkauf Konfiskation der sequestrirten Güter „der bekannten Schelmen"oder Patrioten.*) Sie trieb manche Bürger, welche sie nicht gegenMißhandlungen schützen wollte, zur Auswanderung, und blieb selbstgegen den Meuchelmord gelassen, wenn er an Männern der Gegen-partei verübt ward.**) Nur ihre Anhänger begünstigend, be-reicherte sie dieselben durch das Unglück Anderer. ***)
*) Zn der Proklamation der provisorischen Regierung von Lugano heißtcs: »>lei kri^suti nolori."
**) Der Doktor Girolam» Lecori, republikanischer Gesinnungen ver-dächtig, wurde, als er sich, schon einmal Mörderhänden entronnen,auf sein Landgut begeben wollte, in der Nachbarschaft von Gandri»umgebracht. Sein Leichnam ward im See gefunden, nach Lugano ge-führt, und bei den andern Ermordeten verscharrt.
***) Die Frau des schon erwähnten Agnelli wollte die Buchdruckernwieder Herstellen, um sich mit vier Kindern zu erhalten. Vergebensflehte sie die »illn.-itrissirrii e ma^nillci 8ißnori" der provisori-schen Regierung um Erlaubniß dazu an. Sie ward ihr versagt. Aberder Postdircktor Pietro Rossi legte bald nachher eine eigene Druckereiund ZeitungS-Erpcdition an.