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einzelne Bürger, und ernannte eine neue Negierung, an derenSpitze Francesco Borella stand.
Dieser Mann, obwohl mit den Häuptern der luganestschenContrerevolution in genauer Verbindung und Mitstifter vom Auf-stande des Volkes, besaß doch Menschlichkeit, Klugheit und Festig-keit genug, blutdürstigen Wünschen entgegen zu stehen, und Verbre-chen zu verhüten, wie jene, welche die Geschichte Lugano's schänden.
Borella, indem er die Stelle des Oberhauptes übernahm,stimmte mit demagogischer Schlauheit in den Ton der wilden Menge,und begehrte, daß man den verhafteten Patrioten den Prozeßmachen sollte. Während er durch fruchtlosen Widerstand den Pöbelzu gewaltsamen Entschlüssen gereizt haben würde, leitete er auf dieArt den brausenden Sturm der Volkswuth in gesetzlichen Wegen ab.
Die Volksversammlung der Mendrisotten, unter dem Nameneines General-Kongresses, hob das Amnestiegesetz vom 26. No-vember 1798 auf, welches die helvetische Regierung zu Gunstender Patrioten gegeben hatte. Der Prozeß ward jenen Unglücklichenin aller Form gemacht. Aber viel zu langsam war den Rachsüch-tigen der Rechtsgang.
Am neunten Tage des Maimonds kamen sie in Schaaren, um-ringten den Flecken, und sandten au Borella, mit dem Ver-langen, einen der vornehmsten unter den Patrioten, NamensTort.i von Mendrisio, erschießen zu können. Standhaft ver-sagte Borella sein Wort; beharrlich blieben in ihrer blutdürstigenForderung die Abgeordneten der Landleute. Er, um Torti znretten, ließ denselben aus seinem Hause auf das Rathhaus derGemeinde führen, einen Ort, welcher des Volkes Ehrfurcht heiligwar. Allein auch dahin drang eine wüthende Bande. Sie schleppteden von aller Welt Verlassenen unter Verwünschungen aus derFreistätte, führte ihn auf den öffentlichen Marktplatz, und war imBegriff, ihn niederzumetzeln, als noch einmal Borella erschien,