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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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zu empfehlen. Dann wurden sie mit unzähligen Flintenschüssen zuBoden gestreckt. Ihre Leichname verscharrte man an einem Ort,der durch die Vorurtheilc des Landes von jeher entehrenden Ruf trug.

Mitten in der Bestürzung und dem schauerlichen Stillschweigen,welches auf die gräßliche That folgte, fehlte cs^ nicht an einzelnenBürgern, welche voll Unwillens ihre Stimmen erhoben gegen denGräuel. Aber der Pöbel wandte sich erbittert wider sie, mißhan-delte oder ermordete auch sic*), und setzte seine Räubereien in denWohnungen der Bürger fort.

Die Einwohner von Lugano, und die Demagogen selbst, welchedie Insurrektion hervorgerufen hatten, fingen an für ihr eigenesLeben und Eigenthum zu zittern. Man bewaffnete eine Schaarvon rechtlichen Bürgern, ordnete der bisherigen Vcrwaltungs-kammer einige neue Mitglieder zu, gehorchte derselben, als einerprovisorischen Negierung, und vertrieb gewaltsam das räuberischeGesindel aus dem Hauptorte.

8 .

An gleichem Tage, den 28. April, als die Mordszcnen zu Lu-gano ihren Anfang nahmen, sah man in andern Gegenden deritalienischen Schweiz ähnliche Auftritte.

Eine Bande von Bauern drang bewaffnet luden Flecken Men-drisio. Sie schrie Rache gegen die Patrioten, und kündete bis-herigen Obrigkeiten den Gehorsam auf. Man bestürmte die Häuserderjenigen, welche mit den ehemals Cisalpinischgesinnten in Freund-schaft gestanden, plünderte dieselben, verhaftete nach Gutdünken

*) Von dieser Zahl waren der Jüngling Ferrcrio von Lugano, undMentaSca der Schmid, Vater einer zahlreichen Familie.