Haftung aller derer, die verdächtig waren, ehemals mit der cis-alpinischen Partei gehalten zu haben, oder Freunde der Patriotenzu sein. Der Abbe Vanclli, Verfasser der frciheitathmenden Lu-gancser Zeitung, war einer der ersten, welche den Kerkern znge-schleppt wurden. Indem man im Begriffe stand, auch seinen Ver-leger, den Buchdrucker Agnelli, gefangen zu nehmen, landetennvermnthct die 18. Halbbrigade bei Lugano, welche auf dem Rück-züge vor den nachfolgenden Oesterreichcrn war.
Diese Erscheinung hemmte einen Augenblick die Gewaltthatender blutdürstigen Rotten. Der französische Brigadechef rettete denAgnelli aus den Klauen des Pöbels und befahl dem PietroRossi, alle Verhafteten in Freiheit zu setzen.
Aber kaum hatten die französischen Truppen, nach wenigenStunden, Lugano verlassen, als das Volk von Neuem über dieUnglücklichen hcrsiel, die es zu Schlachtopfern seiner Wuth erwählthatte.
Man schleppte den Abbe Vanelli, den Lieutenant Castelli,Mitglied des Kriegsgerichtes, und den Advokat Papi, Sekretärdes Kantonsgerichts, auf den öffentlichen Platz hinaus zum Frei-heitsbaume, Dort sollten sie ihre Nichtstättc finden. — Umsonstbat und drohte Rossi, umsonst jeder von de» ehemals geachtetenDemagogen. Der anarchische Haufe hörte weder die Stimme seinerselbstgewählten Obern, noch die Stimme der Menschlichkeit.
Ehe jene Unglücklichen noch den Frciheitsbaum erreichten, sprangein Kerl, berüchtigt schon durch manche Schandthat, aus demGedränge hervor, und spaltete mit dem Streiche einer Art dasHaupt Papi's. Jauchzend sahen die Rotten des Mörders That.Sie banden mit Stricken den Abbe Vanelli und den LieutenantCastelli an den Freiheitsbaum. Selbst der blutige Leichnam desedeln Jünglings Papi ward noch zu den beiden hingetragcn. Esward ihnen kaum vergönnt, ihre Seele dem Himmel im Gebete