Die Demagogen zögerten nicht länger, den Grimm des Pöbelszu entfesseln. Ihre Eilboten flogen durch die Dorfschaften, undmahnten zum Aufbruch des Volks, zum Schirm der guten Bürgervon Lugano „gegen die Räuber (IirlxaiUl), deren Herrschaft sichznm Ende neige, da vor den siegreichen Fahnen des Kaisersalle Landstraßen von Flüchtlingen der cisalpinischen und französi-schen Truppen bedeckt seien."
Am Morgen des 28. Aprils zog wirklich eine große MengeVolkes von den Seeufern Lugano's und ab dem Gebirg gegenden Hauptort des Landes. Bald waren Straßen und Plätzevon lärmenden Haufen angefülit, welche, noch ohne Führer undWeisung, keine Bestimmung kannten. Sie drängten sich vor dasHaus des Pietro Rosst, als schienen sie dessen Befehle zu er-warten.
Eapra, und die andern Häupter der Patrioten, ahneten diefurchtbaren Plane der Demagogen. Nur Gewalt konnte sie schir-men gegen Gewalt. Die Kanonierbarken wurden bewaffnet, undauf dem Platze Kanonen aufgepflanzt gegen das Volk.
Bei diesem Anblick erhob sich die versammelte Menge derBauern. Sie stürzte sich blindlings gegen die Kanonen, bemäch-tigte sich derselben und vertrieb die wenigen zusammengerafftenSoldaten, welche auf den Schiffen in die Weite des Sees hin-ausflohen. Nach dieser That kannte das Volk keine Grenzen mehr;es öffnete die Gefängnisse, und verfolgte Jeden, welcher in mili-tärischer Uniform erschien.
Mehrere cisalpinische Offiziere, von Como hieher geflüchtet,vor dem Anzuge der Oesterreicher, wurden im Wirthshause ent-waffnet, und einer von ihnen hinterrücks mit dem Dolche verwun-det. Man gebot ihnen, Lugano zu verlassen — sie gingen, aber