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Nur in hoch am Gebirge liegenden Thälern wird Alpen-Wirthschaft getrieben. Aber die Alpen der italienischen Schweiz,oft von den Strahlen der heißcrn Sonne ausgetrocknet, oft ohneBrunnen und Quellen, sind minder fruchtbar, als im Norden derEisberge. Auch werden sie von den Tessinern weder mit der Kunstdeutscher Aelpler, noch mit deren Glück benutzt.
Da nun der Ertrag der Alpe» nicht ausreicht, die Menge desVolks in den Hochthälern zu nähren, sinnen die Bewohner,thätiger als die Leute der Ebenen, auf andere Mittel des Erwerbs.Einige verfertigen hölzernes Geräth aus dem Vorrath der weit-läuftigen Forsten. Andere arbeiten durchs ganze Jahr in denWaldungen, fällen das Holz, und riesen es durch kunstvolle Lei-tungen von den höchsten und entlegensten Winkeln der Gebirgehinab über Hügel, Felsen und Thäler zum Strom, von wo eszum langen See hin Italien zngeflößt wird.
Viele Männer wandern alljährlich im Frühling aus, um inStädten und Dörfern fremder Länder Verdienst zu sammeln. Dazerstreuen sie sich in den Landschaften Italiens, als Kaminfeger,Maurer, Lastträger, Zimmerleute, Hausirer, Krämer, Stall-knechte n. s. w. Die Weiber bauen indessen das Feld und denkleinen Garten der Heimat, oder sie erwerben sich und den KindernBrod durch künstliches Strohsiechten, durch Spinnen, Haspeln,Zwirnen der Seide u. s. w. Erst mit des Winters Anbruch keh-ren die ausgewanderten Männer heim, und verzehren mit denIhrigen das Ersparte am väterlichen Herde.
S.
Das.gemeine Volk, an Armuth gewöhnt, fühlt kaum Bedürf-niß eines bessern Zustandes. Es stillt den Hunger mit der elende-