Valle Maggia oder Mapnthal, fiele» seit Anfang des sechs-zehnten Jahrhunderts den zwölf altern Ständen der Eidgenossen-schaft, folglich allen Kantonen zugleich, nur Appenzell ausgenom-men, anheim. Sie wurden die Belohnung der von den Schweizernbewiesenen Tapferkeit in den italienischen Kriegen jener Zeiten.
Daher trugen die genannten Landschaften den Namen der ge-meineidgenössischen, oder der ennetbirgischen Vogteien.
S.
Wer durch das Hochland der italienischen Schweiz wandelt, undvon den Quellen ihrer Ströme hinabsteigt bis zu den Ebenen,wo sich dieselben in große Seen zwischen Gebirgen ergießen, dnrch-wandelt in wenigen Tagen die Abstufungen aller Himmelsstrichevom ewigen Eise bis zu den Gefilden, wo Feige und Lorbeer wildwachsen.
Wo die Landschaft Leventina droben mit den Grenzen von Wallisund Bünden zusammcntrifft, verengen sich die Thäler zwischen denhöchsten und ödesten Schneegebirgen, auf deren Gipfel» der Winterunwandelbar wohnt, und bis zu dürren Moosen und Flechten jedeVegetation erstirbt. Erst wo die Matten der höchsten Alpen er-grünen, sieht der Wanderer in der Nähe des Schnees die niedernWeidengesträuche und Pflanzen, welche Reisenden an den Uferndes Eismeeres, in Lappland, und auf den aus Sand und Eis ge-geformten Inseln im Nordost Asiens erschienen.
In den tiefer» Klüften der Ungeheuern Gebirgsmaffen beginnenLerchengestrüpp und Alpenfohren, die, je tiefer sie steigen, finstern,weitläufigen Wäldern von Lerchen und Rothtannen Raum machen.Einzelne Heuställe und zerstreute Hütten an den Abhängen derBerge begegnen dem Auge. Doch bewohnt sind sie nur in wenigen