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35 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 8 (1854)
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gegen das Hauptthal geöffnet sind. So entströmt von Nordost demrauhen Misocco die Muesa, und der Waldbach des engen ThalesMorobio; und tiefer unten, wo der Tessiin schon in den langenSee gefallen, von Nordivest herab, die VerzaSca aus dem Thaledieses Namens, und die wüthende Maggia^ welche aus dem La-byrinthe der Thalgelände strömt, die den Namen Centovalli,Oscrnone und Maggia oder Maynthal führen.

Auch gehören noch hieher die fruchtbaren Landschaften, zwischendem ober» Theile des langen und des ComerseeS gelagert, ob siegleich vom Hauptthale des Tessin durch ein waldreiches Gebirg,den Monte Cenere und Gamoghera, getrennt werden.

Diese hier bezeichneten Thäler waren seit undenklichen Zeitenvon Völkerschaften bewohnt, welche noch heut durch ihre Sprachedie Abkunft von Nationen Italiens beurkunden. Anfangs wurdennur die tiefer» Gelände urbar gemacht; als aber die große H an-delsstraße am Tessin hinauf überden Rücken des St. Gott-hard Deutschland und Italien näher verband, breitete sich die Be-völkerung durch die rauhesten Gegenden bis zu den Füßen der Al-pen hinauf. Sie ist heutiges Tages zur Zahl von 180,000 bis170,000 Seelen angestiegen.

In älter» Zeiten theilten die Bewohner dieser'GebirgSwinkclmeistens die wechselnden Schicksale der Lombardei, und' warenmancherlei Herren unterthänig, bis sie, theils durch Verträge, theilSdurch Waffengewalt, vom fünfzehnten Jahrhundert an, den streit-baren Eidgenossen unterworfen wurden.

So beherrschte der Kanton Uri seit dem Jahre 1403 durch seinenVogt die Landschaft L eventina, oder das Livinerthal; und wiederdurch spätere Verträge, gemeinsam mit Schwyz und Nidwalden,die daran grenzenden Gebiete von Riviera oder Polese, dasPa-lenzerthal und Bellinzona. Aber die Landschaften vonLu-gano oder LauwiS, Locarno oder LuggaruS, Mendristo und