Der Bürgerkrieg in der italienischenSchweiz.
(Auch diese Denkschrift, verfaßt im Jahre 1801, erschien zuerst in denDenkwürdigkeiten zur Geschichte der helvetischen Staatsumwälzung)
Erster Abschnitt,
i.
Im Süden der hohen Eisgebirge Helvetiens, von den winterlichenGipfeln der Furka, des St. Gotthard und Adula-Bergesherab, strecken stch einige Thäler, anfangs wild und unwirthbar,bald aber, je tiefer fie sinken, mit fruchtbarer Fülle, gegen diekornreichen Ebenen der Lombardei. Eine Bergkette tm Osten,welche vom Adula über den Quellen des Rheins hin bis zwischendie Seen von Lugano und Como streicht, trennt diese Thäler vomhohen Rhätien und dem Gebiete Como's; eine andere, die von derFurka her in weitem Bogen znm langen See (Isgo inaMore)reicht, scheidet sie auf der Abendscite vom Hochlande Wallis unddem gebirgigen Piemont.
Das mittlere dieser Thäler, von allen das größte, beginnt aufden äußersten Höhen des Gebirgs, an der Furka, beim BergeLofana, und erstreckt sich über zwanzig Stunden hinab. Ein mäch-tiger Strom, der Tessin, aus vielen Alpenseen entsprungen, durch-schweift dessen Länge. Er nimmt von allen Seiten wilde Gebirgs-waffer auf, deren Rinnsal eben so viele Thäler formen, welche