Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

tungen getäuscht, kehrte er heim, und lud den föderalistisch gesinntenSenat ein, sechs Männer von den Häuptern der Gegenparteiin ihrer Mitte aufzunehmcn. Der Schritt, so schmerzlich er war,wurde gethan. Von jetzt au bekämpfte» sich abermals die feind-seligsten Elemente im Schoose der Regierung. Die Mehrheit dergesetzgebenden Gewalt neigte sich znm Föderalismus; die Mehrheitder -vollziehenden Gewalt lenkte zur Befestigung der Einheit derSchweiz.

Was man ohne Muhe vorausberechnen konnte, geschah. Dievollziehende Gewalt vertagte den föderalistischen Senat eigenmäch-tig und berief statt dessen eine Versammlung der Notabel» nachBern. Dieser revolutionäre Gewaltstreich geschah am 17. Aprildes Jahrs 1802.

Auch Bap war Mitglied des aufgelösten Senats. Ungeachteter selbst von der Wirksamkeit dieser Behörde nichts Gutes undDauerhaftes erwarten konnte, reizte ihn doch die Art der Auf-lösung zum Unwillen. Schon den Tag vorher, ehe die unitarischgesinnte Mehrheit des Kleinen Rathcs (diesen Namen trug da-mals die vollziehende Gewalt) ihren Plan vollstrcckte, war der-selbe denen verrathen, wider welche er gemünzt worden.

Die in Bern anwesenden wenigen Senatoren (denn die meistenwaren in ihre Heimath gegangen, um Ostern zu feiern) versam-melten sich, sobald sie von der Gefahr unterrichtet waren, in derWohnung des Bürgers Grubcr, Präsidenten der Munizipalitätvon Bern.

Die Frage ward aufgeworfen, was zu thun sei, um den drohen-den Streich abzuwehren? — Bah unterbrach zuerst das Still-schweigen. „Was meine Person betrifft," sagte er: „so schmerztmich der Verlust meiner Scnatorstclle nicht; ich finde vielmehrdarin Befreiung von meiner mich seit fünf Jahren drückenden Last.Demungeachtet bin ich bereit zum Widerstand gegen die Vernich-