Druckschrift 
32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
Entstehung
Seite
55
Einzelbild herunterladen
 

5S

Unschuld zu beweisen, ablehnte, machte Mouffon den darüber ge-pflogenen Briefwechsel selbst, wie Rühmliches, in öffentlichenBlättern bekannt, unter den Auge» einer Regierung, welche die„Wiederherstellung der Religion und frommer Sitten" als ihrerLieblingssorgen eine verkündet hatte.

Laharpe, bei seiner Unkenntlich des Volkes, welches er regierensollte, bei der Lebhaftigkeit der Empfindungen, ^von deren Stromer sich Hinreißen ließ, bei dem Grade von Ueberspannung undBewegung, zu welchem ihn die Ereignisse der Revolution und derWiderstand trieben, der seinen gewaltsamen Maßregeln von allenSeiten geleistet ward, bewahrte, auch nach seinem Sturze, beiFeinden und Freunden doch den Ruf eines redlichen Mannes.Groß waren seine Zwecke, gut sein Wille, aber oft unglücklich dieAuswahl der Mittel.

Er hatte Bern verlassen, und Lausanne zum Wohnorte er-koren, wo er sich, da ihm Paul I. seine Pension entzogen, dahingebracht sah, Zeichnungen von malerischen Ansichten der Schweizzn sammeln, um sie ätzen und in Paris verkaufen zu können.Seine persönlichen Feinde waren nicht großmüthig genug, demgestürzten und tiefgebeugten Manne Ruhe zn gönnen in der Zurück-gezogenheit. Sie fuhren fort, ihn mit Schmähungen aller Artzu bedecken. Er vertheidigte sich in den öffentlichen Blätternmehrmals wider sie, wo er unter anderm auch erklärte, daß er,da der Konsul Bonaparte durch Lausanne gereiset, bei demselbenniemals eine Audienz begehrt hätte, noch daß sie ihm abgeschlagenworden sei, wie man verbreitet hatte.

Müde endlich der traurigen Neckereien rüstete er sich zur Ab-reise nach Paris. Schon hatte er cinpacken lassen. Er wolltenoch einmal nach Nolle, um mit seiner Mutter die letzten Tageim Vaterlande zu verleben, als sein Freund Secretan ihm vor-schlug, in dem lieblichen Walde von Sauvablin einen letzten