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32 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 5 (1854)
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Republik ernannten. Es geschah an, 29. Juni 1798. Er nahmdiese Stelle erst an, nachdem er in einem Schreiben an das fran-zösische Direktorium erklärt hatte, daß er dieselbe nur unter derBedingung antretcn werde, wenn jenes seinen Beifall dazu gegebenhaben würde. „Die helvetische Republik," sagte er in dem Schrei-ben, „soll, nach meinen Begriffen, Frankreichs ewige Freundinbleiben. Zu ihrer Regierung berufen, werde ich mit allem Nach-druck unsere gemeinschaftlichen Interessen vertheidigen; aber ichgestehe auch mit derselben Freimüthigkeit, daß es nicht in meinerDenkungsart liegt, je die Kreatur einer auswärtigen Re-gierung zu sein, und herzlich schlecht würde ich Ihre Achtungverdienen, wenn ich das könnte."

Er verließ Paris. Mit großen Erwartungen empfing ihn dieSchweiz.

Die Träume seiner Jugendzeit schienen nun mit der Wirklich-keit zusammen zu schmelzen. Noch immer voll des Hochgefühls,welches die Herocnwelt des republikanischen Griechenlands undRoms in seiner Brust zurückgelaffen hatte, wähnte er die Nach-kommenschaft der Tellen, Winkelriede und Fontana's zu hohenBestimmungen berufen in diesen Tagen allgemeiner Währung En-ropcns. Durchaus fremd mit Denkart, Sitten und Bedürfnissender verschiedenen kleinen Völkerschaften Helvetiens, ahncte er nicht,daß die Macht der Gewohnheiten, ein langer, erschlaffender Friede,mehrhundcrtjährige Verwahrlosung der Erziehung seinen stolzenEntwürfen unüberwindlich cntgegenstehen würden.*) Er redeteeine Sprache, die nicht verstanden ward. Er wollte das Volk zurHöhe seiner Ziele erheben; war aber fremd in der Kunst, sich zu

6) ,,4'i'^norais/- sagte er nachmals in seiner Zuschrift an die gesetz-gebenden Räthe vom 14. Jänner 1809: »j'iAnorais «zue troissiöele« äe servituile svaient nvili le» Zms?."