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Zu Gran hält Etzelin, der mächtige König der Hunnen,Hof. Seine Gemahlin Helche ist gestorben. Er schickt den March-graf Rüdiger von Bechelaren gen Worms, für ihn um dieverwitiwcte Chricmhilde zu werben. Diese ist nun PiligrinSdes Bischofs von Pazzowe (Passau) Nichte. Sie, durch ihreVerwandte um den ersten Gemahl und den Nibelnngenschatz be-trogen, vermählte sich, obwohl eine Christin, dem Heiden; ludrachsüchtig darauf die Mörder Siegfrieds zu einem Feste nach Un-garn, wo im allgemeinen Kampfe alle nntergehen. Auch Rüdigerverliert das Leben. Chricmhilde schlug mit eigener Hand demHagen von Throneg, dem vornehmsten Mörder Siegfrieds, dasHaupt ab. — Dies der Inhalt von Chriemhildcns Rache.
Der Dichter dieses Theils der Nibelungen war ohne Zweifelim Lande an der Ens heimisch. Denn keine Gegenden im deut-schen Lande kannte und beschrieb er genauer, als diese. Es läßtsich noch heut auf der Landkarte der ganze Weg der Chricmhildevon Worms bis zur ungarischen Grenze Nachweisen; eben so derBurgunden Weg.
Von Osterfranchen kamen sic gen Swan evelde (Vers 6113)*).Dies ist das alte in den Geschichten des Mittelalters berühmteSualefeldt, oder Saulifelt, wie es beim Regino heißt**), woöfter Fürsten- und Kirchenversammlnngcn gehalten wurden. Eswar ebenfalls hier, wo die Söhne Ludwigs des Deutschen nachseinem Tode das Reich unter sich theiiten. Hier stand in der Kar-lingen Zeiten eine ihrer Pfalzen im Rießgau (paxo rdastise).Im zehnten Jahrhundert hieß das Schloß im Sualefeldt Altheil»
*) Die Verse sind nach der Ausgabe des Nibelungenliedes von HerrnHcinr. von der Hagen, Berlin 1810, angegeben.
**) Ue^inonis L/rnon. znm Jahr 376.