Metapolitische Ideen.
Ein Bruchstück.
Der Verfasser schrieb dieses Bruchstück schon im Jahre 179S,während seines Aufenthaltes zu Paris. Es ward im gleichenJahre in der damals zu Zürich erschienenen Zeitschrift „Humaniora"ausgenommen.
ES gereicht unsern Staatsmänner» gewöhnlich zum Aergerniß,wenn ein Unberufener über Staatssachen, Bolksrechtc und Re-gicrnngsformen ein Wörtchen fallen läßt. Es beleidigt ihre»Stolz, Gegenstände zum Stoff gesellschaftlicher Unterhaltungenwerden zu sehen, welche bisher, wie ein ehrwürdiges Heiligthum,dem Volke nur ans der Ferne gezeigt wurden.
Sie spotten der unberufenen Staatsweisen (man muß diese vonStaatskünstlern unterscheiden); und meinen nach ihrer Art, es seileichter, gute Verse zu schreiben, als mit Glück über Gesetzgebungund Verwaltung zu sprechen. Ich habe nun gerade die entgegen-gesetzte Meinung; glaube, es sei leichter über Staatsverhäktniffegut zu urtheilen, als gute Verse zu dichten; denn zu jenem Ge-schäfte wird nur gesunder, ungelähmter Menschenverstand, zu diesemein selteneres Geschenk der sparsamen Natur erfordert.
Dem sei, wie ihm wolle, so halte ich es wenigstens für sehrerlaubt, und sogar für sehr nützlich, in der Politik so wenig, alsin der Religion, am Arm des blinden Glaubens zu schleiche».