Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
339
Einzelbild herunterladen
 

339

nung »nd eine heitere Ruhe herrschen, wie seit Beginnen der Re-volution hier noch nie stattfand. Der Bezirk ist auf dem Wege,bald der Republik ganz anzugehören; selbst der Geist der Freudefängt sogar an, sich auf diese Ruinen allmälig niederzulassen.

Das größte aller Volksfeste iin ehemaligen Nidwalden wardie Kilbi. Zwei Lage lang wurde dies Fest der Aernte, dies Will-kommen der Hirten bei ihrer Wiederkunft von den hohen Alpengefeiert. Der Gottesdienst mit einer Predigt über Freiheit, Vater-landsliebe n. dgl. eröffnetcn das Fest. Dann ward ein feierlicherUmgang, von Tausenden begleitet, von Obrigkeiten nnd Pfarrernangeführt, gehalten. Voran wehte die weiß-rothe Landesfahne.Von allen rüstigen Jünglingen wurde sic kunstvoll umher geschwun-gen. Auch am andern Tage noch spielte die Fahne ihre Rolle.Ansgesteckt wehte sie vor dem Hanse, in welchem die Glücklichenihre Gastmählcr und Tänze hielten.

Seit der Revolution ist dieses Fest, über welches man sichein Jahr lang voraus und nachher freute, nicht mehr gefeiertworden. Schon entsteht jetzt ein zweifelhaftes Befragen darum.Ich benutze die glückliche Stimmung des Volks. Nicht nur habeich den Distriktsstatthalter eingeladen, allen Gemeinden anzuzeigen,daß unsere Regierung die Feier der Kilbi gern sehe, sondern ichbitte sie auch, Bürger Direktoren, mir zu erlauben, daß ich demDistrikte eine dreifarbige Fahne, nebst einem Belobungsschreibender Bürger wegen ihres jetzigen Verhaltens, verehre. Um dasVolk- ganz an die neue Landesverfassung zu schließen, müssen wirdie schönsten Tage der alten Verfassung in die neue herüberziehen,und alle Feste und Spiele genau mit der neuen Ordnung verweben."

Bald nachdem verließ ich diese Gegenden, durch die Regierungz» andern Sendungen berufen.