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Wehrlosen nicht. Eine einzige Szene, ans gerichtlich angestelltenVerhören gezogen, gibt ein treues Bild von der Denkart des zügel-losen Landmanncs, nnd von dem Geist dieses Aufstandes').
„Fra» Maria Anna Meyenberg, scchsnndzwanzig Jahralt, seit vierzehn Tagen Kindbetterin, z» Wenzingen, lag den28. April,. Nachts in» zehn Uhr, zu Bette. Ihr Gatte, welcheran dem Aufruhr nicht Theil nehmen wollte, hatte sich schon ent-fernt. Sie sah Bauern das Haus des Nachbars stürmen; Thürc»und Fenster erbrechen. Bald hörte sic das Getümmel ihrer eigenenWohnung nahen. Mit Gewalt ward an die Thürc geschlagen.Man öffnete, nm die Barbaren mit Güte zu zähmen. Aber sieschalte» nnd wüthcten. Joh. Staub eilte mit bloßem Säbelgegen die Schwester der jungen Wöchnerin; dann Pflanzte KarlJoseph Nöllin das Bajonett auf, nnd drohte, sie zu erstechen.Eben so that Clemens Blnmbacher, ein Knecht. Sicriefcn:„Wo ist dein Vaterlandsverräthcr?" Zitternd antwortete die jungeFrau: „Mein Gott, das weiß ich nicht, ob er im Blut, oder imWasser, oder sonst wo schon todt liegt." Hierauf klirrten sie mitden Waffen, nnd brüllten, als wollten sic Alles niedermachen:„Ihr wißt gewiß, wo der Schelm ist." Als sie es verneinte, drangRöllin noch einmal mit dem Bajonett ans sie ein. Die Fraunahm weinend und in Todesangst ihr Kindlein ans den Arm, undrief: „Stechet auch diese Unschuld mit mir nieder, so kann ich vorGottes Angesicht himmelschreiendes Blut mit mir hinbringen!"Sie rief Clemens Oswald Bachmann unter den Wütherichcnum Hilfe. Er reichte ihr die Hand und tröstete sie. Clemens
') Die Erzählung von den Unruhen im Bezirk von Arth und Zug ist,so wie die nachfolgende Begebenheit des jungen Weibes Meyenbergaus amtlichen Berichten gezogen, davon das helvetische Tage-blatt, 1798, 11 — 19. Stück den Auszug lieferte.