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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Getäuschte Hoffnungen! — vergebens rang mcnschensreuMicheWeisheit, den Nebeln der Staatsnmwälzung eine Frucht für dieNachwelt abzugewinncn. Vergebens kämpfte in Nidwalden Ge-meinsinn gegen thierische Selbstsucht, Beförderung der Industriegegen Trägheit nnd Bettelei, Belebung thätiger Sittlichkeit gegenwerkheiliges Prunken, Belehrung gegen rohe Unwissenheit.

Der immerwährende Nnbcstand der Dinge, der immerwährendeSturz der Verfassungen nnd Regierungen in der Schweiz, der nn-aussöhnbare Groll der wechselnd siegenden Faktionen, zertrat mitder zarten Saat des Guten alle Hoffnung des Bessern. Auch dasEdelste nnd Nützlichste ward des Argwohns und des Hasses Gegen-stand, weil es von den Händen einer politischen Partei gestiftetwar.

Wenn eine Lauwine, zermalmend vom Gebirge herab ins Thal,ein frohes Dorf auf immerdar begräbt; wenn ein Erdbeben denfesten Boden spaltet, nnd Städte nnd Flecken verschlingt, und dieArbeiten thätiger Jahrhunderte, und das Glück von tausend Fa-milien: so folgt dem ersten starren Entsetzen des Zuschauers stilleKlage nnd ein zweifelhafter Hinblick auf das weltregicrende Schick-sal. Doch versöhnt sich der forschende Geist bald mit der furcht-baren Natur, deren Gesetze und wandellose Ordnung er erkennt.

Aber wenn nicht Naturnothwendigkeit, wenn Menschenwill-kür ganze Länder mit ihren Bewohnern an die alte Barbarei aus-liefcrt; wenn Klugheit lächelnd Rechte, Kräfte und Aussichtender bessern Menschheit, und die Wünsche der Tugend und Vernunfterstickt: dann wird der Geist an sich selbst irre. Vergängliche Kon-venienz scherzt mit den ewigen Heiligthümer» nnsers Geschlechts,wie die Laune des Kindes mit den Qualen des schwächern Wurms.Die Begriffe verkehren nnd verwirren sich. Das Kleinliche wirdpreisenswerth, das Große kleinlich; die Wahrheit wird albern, dieHeuchelei bewundernswürdig; die Tugend Romanenschwärmerei, die