und unter den schwersten Aufopferungen liebte, knüpfte sic ihreschönsten Erwartungen. Verbunden mit den redlichsten Geistlichenseiner Heimat, lenkte sich sein Wirken vorzüglich auf Vervollkomm-nerung des öffentlichen Unterrichts, und auf Verbreitung jenersanften Gesinnungen des Friedens, der Eintracht, der Ordnungund Duldsamkeit, welche das Christenthum zu allen Zeiten und beiallen Völkern durch stille und tiefe Wohlthätigkeit ehrwürdig machten.
Noch nicht damitzufrieden, gründete die Regierung ein Waisen-haus in Stans zur Erziehung und zum Unterrichte der ärmernJugend. Ein geräumiges Nebengebäude des Fraucnklosters warddieser Anstalt gewidmet, und Heinrich Pestalozzi, der berühmteVerfasser von Licnhard und Gertrud, an ihre Spitze gestellt. Dieseraußerordentliche Mann, welcher mit unglaublicher Sclbstverläug-nung sein ganzes Leben nur dem einzigen Ziele: Veredlung des Men-schengeschlechts durch Verbesserung des Volksunterrichts, zum Opferbrachte; der, um mich seiner Worte zu bedienen, „wie ein Bettlerlebte, um zu lernen, Bettler wie Menschen leben zu machen,"eilte nach Stans, und sah sich bald von fast hundert Kindern um-ringt, die ihn alle mit Herzlichkeit, wie einen Vater, liebten.
Männer von solchem Geiste und Herzen und solcher Kraft, imfesten Bunde zum gleichen Zwecke; — so viel Streben, welcheslangsamen aber sichern Wirkens, jeden Unfall ausdaucrte, jedesHindernisses spottete; so mannigfaltige Anstalten und Mittel, dievon den verschiedensten Seiten doch auf einerlei Ziel zusammen-spielten; — Einrichtungen, welche, das Verderben zu mindern,auf Zerstörung seiner alten, dunkeln Quellen, und, zur Ausbrei-tung alles Guten, ans zarte Pflege seines ersten Keims dach-ten — Alles ließ den Aufgang eines schöner» Zeitalters über denTrümmern Unterwaldens ahnen, und daß durch eine Reihe heil-samer Folgen die später» Geschlechter versöhnt werden würdenmit dem schrecklichen Schicksale des Jahres 1798.