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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Ich ergreife die Feder, um dies traurige Ereigniß zu beschreibe«,wie ich es aus dem Munde der Augenzeuge», aus amtlichen Be-richten und gerichtlichen Verhören vernahm. Ich lebte lange genugunter jenem beklagten Volke, um seine Tugenden und Fehler zuerkennen; und sehe keinen Gewinn darin, der Nachwelt eine Lügezu überliefern, oder Gefahr darin, einem Theile meiner Zeitge-nossen zu mißfallen.

Ehe ich die Erzählung des fürchterlichen Schicksals beginne,welchem Unterwalden erlag, werde ich ein Gemälde von dem Zu-stande dieses Ländchens voransenden, dessen es sich rühmte, ehe esin den allgemeinen Untergang der Eidgenossenschaft verwickelt wurde.

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Die meisten Geschichtsschreiber haben den Fehler gemein, daßsie das Volk, dem sie ihren Griffel weihen, unvermerkt liebge-winnen, und ihm mit aller Kunst der historischen Muse, selbst aufUnkosten der Wahrheit, Interesse zu erwerben suchen.

Bald hören wir eine kriegerische Nation rühmen, welche, um-ringt von Triumphen, Feinden Frieden gebietet; bald ein Volk,welches seit Jahrhunderten, unter seinen Oelbäumen ruhend, keinWaffengeräusch vernahm; bald ein Reich, welches durch Handelund Gewerbsfleiß die Schätze aller Indien sammelt, und mit sei-nem Golde die halbe Welt fesselt ; bald einen Staat, der in Ver-gessenheit, ohne Reichthum und Kultur, an häuslicher Genügsam-keit eine Gesellin seiner Armuth und Bildungslosigkeit hat.

Der Weltweise beurtheilt im Volke die Menschheit, in wiefern sie mehr oder minder veredelt erscheint; er kennt das Ziel,dem nachgeeilt werden muß, und untersucht die gegebenen Bedin-gungen des Polks, unter welchen es sich dem Ziele nähern könne.