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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Aber wie wurden wir überrascht, als auf einmal eine uns bis-her unbekannte Konstitution erschien!

Erlaubet nnS, Bürger Direktoren, daß wir Euch hierüber un-> scre Empfindungen mit derjenigen Offenheit anzeigcn, die sich fürfreie Menschen so wohl schickt.

Vor allem aus müssen wir fragen: warum will man »ns de-mokratisiren? Ist unsere Verfassung nicht schon demokratisch genug?Ist unser Volk nicht der einzige Souverän, der die Gesetze macht,und seine Obrigkeiten erwählt nach einem repräsentativen System,das schwerlich reiner ausgcdacht werden könnte? Das sind Wahr-heiten, die nicht zu widerlegen sind; wir hoffen daher, BürgerDirektoren, Ihr werdet unser» einzigen, unschuldigen Wunsch billigfinden, daß wir in unscrm Ruhestand bleiben, und uns regierenkönnen nach dem Muster der Urväter, die Ihr so hoch schätzet,und unserer Brüder in den demokratischen Kantonen, die Ihr nichtweniger schätzet.

Ueberdies verträgt sich diese Konstitution allerdings nicht mitunser» Lokalverhältniffcn, Naturanlagcn, Charakter, und besondersjener einfachen Armuth, die für ein Hirtenvolk ein wahrer Rcich-thum ist; denn sie ist eigentlich nur eine Einschränkung der künst-lichen Bedürfnisse und die Zufriedenheit mit seinem Schicksale. Hin-gegen diese Konstitution, vielleicht anwendbarer auf reichere Länder,würde in wenigen Jahren unsere ländliche Haushaltung zu Grunderichten. Und wäre dies nicht unser größtes Unglück, und das un-verträglichste Leid, das man uns anthun könnte? Und Ihr solltetuns ein solches Unglück und den Ruin unserer Kinder durch einegezwungene Annahme derselben Konstitution bereiten wollen?

Nein, das könnet Ihr nicht, Bürger Direktoren! Eure auf-richtigen und, daß wir so sagen, alt-fränkischen Gesinnungen(wir finden kein besseres Wort, uns angemessen auszudrücken), Eurerepublikanischen Grundsätze, Eure gerechten Maßregeln, Eure un-