Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

Im Dorf Lcngnau selbst konnte man sich unmöglich verthcidi-gen. Es ist ein großes, an dem Fuß eines Berges und an denbischof-baselischcn Grenzen liegendes Dorf, also nur dienlich, Trust-Pen dahin zn verlegen, die nach Erlachs Plan zum Angriff bestimmtwaren. Der des Nachts (vom t. auf den 2. März) dahin gekom-mene Gegenbefehl verursachte zu viele Sicherheit, so daß diesesDorf von den Feinden nmgangen, und die auf den Anhöhen zuseiner Sicherheit stehende Solothurner Mannschaft aufgehoben ward,ehe ein Schuß geschah. Die Berner waren dort also umzingelt,unvermnthct mit der überlegensten Macht ans allen Seiten an-gegriffen, und nirgends unterstützt worden. Lange vertheidigtensie sich mit der ausgezeichnetsten Tapferkeit, und konnten sich auchan einigen Orten durchschlagen. Nach diesem Postengefecht hattendie Franken bis Solothurn nur geringen Widerstand. Alles, we-nige Bataillone ausgenommen, befand sich in voller Unordnung.Als die Franzosen vor der Stadt Solothurn erschienen, unterhan-delte sogleich der Solothurner General Altermat.

Das Kanonen- und Gewehrfeuer dauerte indessen noch zwischenBüren und Reiben fort, bis dieses Letztere fast gänzlich abgebranntwar, und sich die Franken zurückzogen. In Büren selbst wurdennoch durch die Flammen der Brücke fünf Häuser eingeäschert. Ge-gen 5 Uhr bekam der Befehlshaber von Büren Aufforderung vomGeneral Nonvion, er solle die Stadt übergeben, sonst würdekein Stein auf dem andern bleiben. Grafenried antwortete: Erwerde Büren vertheidigcn, so lange er könne und solle.

Indessen war die Stellung zu Büren, nach der Einnahme So-lothurns, mißlich geworden; die rechte Seite nicht mehr durchSchweizertruppen gedeckt. Es ward dem Feinde leicht, den Punktganz zu umgehen. Die Stadt selbst war theils zu klein, um alleTruppen zu fassen, theils auf beiden Seiten offen. Grafenriedkonnte also im Ernst nicht daran denken, sich hier zu behaupten,