Erstes Buch.
Ich will den ungleichen Kampf eines kleinen Freistaates imSchoose der helvetischen Alpen schildern, geführt für die von denVätern ererbte Freiheit, gegen liebermacht eines großen Nachbar-reiches. Nicht Gebiet, Macht und Einfluß auf des WelttheilsSchicksal wurden dem Volke zu Theil,- dessen Unglück ich beschreibe;aber Tugend, Männlichkeit und erhabener Sinn machen es desGriffels der Geschichte wcrth.
Unter jenen Völkerschaften Helvctiens, welche zuerst in Europadie verlorne Freiheit wiederfanvcn, und mit glücklicher Kühnheitbehaupteten, standen einst auch die Schwyz er. Tapferkeit erhobderselben Namen zum gemeinschaftlichen der Helvetier. Und vonallen Bundesvölkern zuletzt, sank das Volk von Schwyz, undopferte, erst nach nicht unrühmlichem Kampfe, unter erschöpftenKräften, die vvrweltlichc Verfassung auf, in der es während einesJahrtausends Hälfte glücklich gepriesen wohnte. Bald wurde esdurch Elend, wie ehemals durch sein Glück, berühmt.
Schon darum verdienen die letzten Schicksale der kleinen Hirten-republik unsere Aufmerksamkeit. Bieten gleich ihre eingeschränktenKräfte keinen glänzenden Stoff, wird doch der Geist, mit dem sielitt und unterging, des Forschers Hochachtung oder Mitgefühl regemachen.
Der Schilderung dieser Ereignisse gehe ein flüchtiges Gemäldevom Zustand des Freistaats voraus, wie er vor seiner Vernich-tung war.
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Das gesammte Gebiet von Schwyz zählte kaum mehr als ein-undzwanzig Geviertmeiicn Flächcnraums. — Nordwärts wurde es