Gattin ans dem Schlosse abzureisen; wie er sagt, hat er EureErlaubniß dazu, und kann auch die Unsrige erhalten. Gewißwollen Wir ihn nicht von der zärtlichen Sorgfalt für diese armejunge Person abhalten, — doch müßt Ihr wissen, daß SirRichard Varncy heute von Unseren Hofdamen so bezaubertworden ist, daß Unsere Herzogin von Rutland sagt, er werdesein armes wahnstnniges Weib nicht weiter, als bis zum Seebringen, und sie Hineinstürzen, um den krystallenen Palast zubewohnen, wovon die bezauberte Nymphe Uns erzählte, undals fröhlicher Wittwer zurückkehren, seine Thräne trocknen,und sich unter Unserem Gefolge eine neue Lebensgefährtinwählen. Was sagt Ihr dazu, Mylord? — Wir haben Var-ney unter zwei oder drei verschiedenen Verkleidungen gesehen,
— Ihr müßt seine eigentlichen Anlagen am Besten kennen,
— haltet Ihr ihn für fähig, seiner Dame einen solchen Schur-kenstreich zu spielen?"
Leicestcr war verwirrt, doch die Gefahr war dringendund eine Antwort durchaus nothwendig. „Die Damen," sagteer, „denken zu geringe von Einer ihres Geschlechtes, indemsie annehmen, daß sie ein solches Schicksal könne verdient ha-ben, oder zu schlecht von dem unsrigen, um glauben zu kön-nen, daß ihr diese Strafe sonst würde auferlegt werden."
„Hört mich an, meine Damen," sagte Elisabeth, „gleichAllen seines Geschlechtes möchte er ihre Grausamkeit dadurchentschuldigen, daß er uns Leichtsinn zuschreibt."
„Sagt nicht uns, gnädigste Frau," versetzte der Graf,„geringere Weiber erleiden wohl gleich den unbedeutenderenHimmelslichtern Umwälzungen und Wandlungen, doch wersollte der Sonne oder Elisabeth Veränderlichkeiten zuschreiben?"
Gleich darauf nahm die Unterhaltung eine weniger gefähr-liche Wendung, und Leicestcr sprach mit so viel Geist, soKcnilworth. III. IO