sie ihre Hand nach der Thüre ans, zweimal zog sie dieselbezurück; als sie zuletzt die Anstrengung machte, kam ihr Klo-pfen an der Thüre der Heftigkeit der Schläge in ihrem eige-nen Busen nicht gleich. Ihre nächste Bemühung war lauter;sie wiederholte den Schlag an die Thüre znm dritten Mal,denn die Furcht, den Beistand nicht zu erlangen, von welchemRatcliffe so viel verheißen hatte, begann die Schrecken vorder Gegenwart dessen zu überwältigen, den sie um Hülfe bit-ten wollte. Als sie zuletzt keine Antwort erhielt, nannte siewiederholt den Zwerg bei seinem angenommenen Namen, undbat ihn, ihr zu antworten und die Thüre zu offnen.
„Welches elende Wesen," fragte die erschreckende Stimmedes Einsiedlers, „ist in der Noth, um hier Zuflucht zu su-chen? Geh von hinnen. Wenn das Auerhnhn auch der Zu-flucht bedarf, sucht es sie nicht im Neste des Raben."
„Ich komme zu Euch, Vater," sagte Isabelle, „in meinerStunde des Unglücks, so Ihr mir selbst befohlen habt, alsIhr mir verspracht, Euer Herz und Eure Thüre solle meinemElend offen stehen, allein ich fürchte —"
„Ha," rief der Einsiedler, „dann bist du Isabelle Bere,gib mir ein Zeichen, daß du es bist."
„Ich habe Euch die Rose zurückgebracht, die Ihr mir gabt:sie hatte nicht Zeit zum Verwelken, bevor das harte Schicksalüber mich hcreinbrach, welches Ihr mir vorhcrsagtet."
„Und wenn dn so dein Wort gelöst hast," sagte der Zwerg,„so will ich das meinige nicht verwirken. Das Herz und dieThüre, welche gegen jedes menschliche Wesen verschlossen wa-ren, sollen sich dir und deinem Kummer offnen."
Sie vernahm, wie er sich in seiner Hütte bewegte, undgleich darauf Feuer schlug; ein Riegel nach dem andern wardweggezogen; das Herz Jsabellens klopfte heftiger, als diese